Das DarkNitro Santoku von F. Dick ist 18 cm lang und geschmiedet, die Klinge anthrazitfarben mit Hammerschlag, der Griff aus Eichenholz. Amazon führt es als „F. DICK Santoku DarkNitro 18 cm“; am Ende des Katalogtitels steht die Dick-Artikelnummer 81142182, dieselbe wie auf der Produktseite des Herstellers. Der Preis liegt bei ca. 156 Euro (Stand Juli 2026).
Von den 26 Santokus in unserem Katalog liegt es bei der Wertung (9,1) auf Rang 2, beim Preis ebenfalls. Teurer und besser bewertet ist nur das Kai Shun Classic, unser Vergleichssieger. Die übrigen Modelle der Kategorie findest du im Santoku-Überblick.
Wir hatten das Messer nicht in der Hand. Was hier steht, stammt von Dicks Produkt- und Serienseite, Dicks Pflegeanleitung, der Pressemitteilung zur Serie vom 23. Oktober 2023, dem Amazon-Katalogtitel und dem Produktfoto. Laut dieser Pressemitteilung sollte das Santoku 2024 zur Serie dazukommen.
Stahl, Härte und Fertigung laut Dick
Dick beschreibt den Stahl der DarkNitro-Serie als martensitisch, rostfrei und stickstofflegiert. Auf der Produktseite des Santoku steht die Werkstoffbezeichnung X62CrMnN14, als Härte nennt Dick 61 HRC. Geschmiedet ist die Klinge laut Dick in einem speziellen Verfahren, danach wird sie bei Temperaturen bis minus 100 Grad eisgehärtet. „Geschmiedet“ steht auch im Amazon-Katalogtitel.
Zwei Werbesätze übernehmen wir nicht: Dick bewirbt die Klinge als extrem dünn und scharf, Amazon schreibt „Klinge extra scharf“ in den Titel. Als Ergebnis von Stahl und Härtung nennt Dick eine Verbindung aus Schneidleistung, Härte und besonderer Korrosionsbeständigkeit.
Hammerschlag, Anthrazit und Eichenholz: was das Produktfoto zeigt
Auf dem Foto ist die Klinge dunkelgrau bis anthrazit, die Hammerschlag-Struktur zieht sich gleichmäßig über die Klingenfläche. Nur entlang der Schneide läuft ein schmaler, heller Streifen ohne Hammerschlag. In heller Schreibschrift steht „DarkNitro“ auf der Klinge, daneben der Pfeil mit „F. DICK“ und „MADE IN GERMANY“; weitere kleine Zeilen sind in der Auflösung des Fotos nicht lesbar. Dick nennt die Klinge anthrazitfarben mit Carbon-Optik und schreibt, sie werde in einem umweltfreundlichen Spezialverfahren gefärbt.
Der Hammerschlag hat bei Dick einen Zweck. Er soll viele kleine Luftpolster zwischen Klinge und Schnittgut erzeugen, damit sich das Schnittgut leichter löst und weniger anhaftet.
Die Form kennst du von jedem Santoku: Die Schneide verläuft weitgehend gerade, der Klingenrücken fällt zur Spitze hin bogenförmig ab, die Spitze ist nach unten gerundet. Der Name wird meist mit „drei Tugenden“ übersetzt, gemeint sind Fleisch, Fisch und Gemüse. Mit so einer geraden Schneide arbeitest du nach unserer Einschätzung eher im Druck- oder Zugschnitt als im Wiegeschnitt, bei dem die Spitze auf dem Brett bleibt. Beide Techniken erklärt der Ratgeber Santoku oder Kochmesser.
Den Griff beschreibt Dick als ergonomisch geformt, aus Eichenholz, mit abgeschrägtem Bolster. Auf dem Foto erkennst du braunes Holz mit sichtbarer Maserung, drei silberfarbene Nieten in einer Reihe, ein abgerundetes Griffende und den silberfarbenen Metall-Bolster zwischen Griff und Klinge. Das ganze Messer wiegt laut Dick 0,23 kg.
Im Detail: Stickstoff, Eishärtung und was 61 HRC bedeuten
Rostfrei heißt bei Stahl: mindestens 10,5 Prozent Chrom, das an der Oberfläche eine dünne Schutzschicht bildet. Martensitisch heißt: Der Stahl bekommt sein hartes Gefüge, den Martensit, durch Erhitzen und Abschrecken. Dafür braucht er Kohlenstoff, der bindet beim Härten aber auch Chrom in Karbiden, und dieses Chrom fehlt dann dem Rostschutz. Hier setzt der Stickstoff an: In stickstofflegierten Stählen kann er einen Teil der Härtearbeit des Kohlenstoffs übernehmen und stützt zugleich die Korrosionsbeständigkeit. So erklärt die Metallurgie, wie ein Stahl Härte und Rostschutz verbinden kann, wie Dick es für die Serie nennt.
Das Eishärten hat einen eigenen Grund. Nach dem normalen Härten bleibt im Gefüge oft Restaustenit zurück, ein weicherer Anteil, der sich später noch umwandeln kann. Kälte wandelt ihn zum großen Teil in Martensit um, Härte und Maße werden dadurch stabiler.
HRC ist die Rockwell-Härte nach Verfahren C. Ein Diamantkegel wird mit definierter Last in den Stahl gedrückt, und je flacher er eindringt, desto höher der Wert. Als Faustregel verformt sich die Schneide bei härterem Stahl weniger und bleibt deshalb länger scharf; dafür ist der Stahl unnachgiebiger und bricht eher aus, etwa bei seitlicher Last oder wenn die Schneide auf Hartes trifft. Europäische Kochmesser liegen häufig bei 56 bis 58 HRC, japanische oft bei 60 und darüber. Mit 61 HRC liegt das DarkNitro darüber und auf dem Niveau von Kai Shun Classic (61 ±1 HRC laut Kai) und Miyabi 4000FC (ca. 61 HRC laut Zwilling) aus unserer Tabelle. Wie lange eine Schneide tatsächlich hält, hängt zusätzlich vom Gefüge und vom Schliffwinkel ab.
Zum Gefüge schreibt Dick, es sei sehr fein und erlaube einfaches Nachschärfen mit sehr scharfer Schneide. Allgemein gilt: Grobe Karbide können beim Schärfen aus der Kante brechen, ein feines Gefüge vermeidet das eher.
Pflege: Handwäsche, trocken reiben, Griff ölen
Dicks Pflegeanleitung gilt für die ganze Marke: Geschmiedete Messer und Messer mit Holzgriff gehören nie in die Spülmaschine. Das DarkNitro ist beides. Gereinigt wird von Hand, mit weichem Tuch und mildem, alkalischem Reiniger. Direkt nach dem Gebrauch spülst du die Klinge mit Wasser ab und reibst sie gründlich trocken; das verhindert laut Dick Lochfraß, also kleine Korrosionsstellen, wie sie auch rostfreier Stahl bekommen kann.
Den Eichenholzgriff reibst du gelegentlich mit lebensmittelechtem Öl ein, als Beispiel nennt Dick Olivenöl. Das Öl hält den Griff glatt und verhindert Schrumpfen und Risse. Mehr zu Spülen, Trocknen und Aufbewahren steht im Ratgeber Messerpflege.
Dicks Pflegeanleitung für die ganze Marke sagt, Messer dürften nur zum Schneiden benutzt werden: Knochen und Ähnliches gehörten unter ein Hackmesser, und für Knochen und Tiefkühlware nenne sie eine Säge als ideales Werkzeug. Wir würden außerdem Hebeln meiden; bei 61 HRC ist das riskanter als bei weicherem Stahl (Begründung im Abschnitt zur Härte).
Brauchst du einen Schleifstein, oder reicht der Wetzstahl?
Dick empfiehlt für die Serie den eigenen DarkNitro Wetzstahl mit 30 cm; seine Oberfläche ist laut Dick für sehr hohen Abtrag ausgelegt. Wir würden zusätzlich einen Schleifstein einplanen: Am Stein bestimmst du Abtrag und Winkel selbst.
Ein glatter Wetzstahl richtet eine umgelegte Schneide nur wieder auf, eine stumpf gewordene braucht Abtrag. Wie du einen Wetzstahl führst, steht in Dicks Anleitung: Die Klinge liegt in einem Winkel von 15 bis 20 Grad am Stahl an. Das ist ein Anlegewinkel am Stahl, nicht der Schliffwinkel des Messers. Auf dem Stein musst du den vorhandenen Winkel deshalb selbst treffen.
Schleifst du steiler als die alte Fase, entsteht an der Kante eine zusätzliche, steilere Mini-Fase, und die Schneide wird stumpfer. Schleifst du flacher, musst du erst die ganze alte Fase abtragen, bis die neue die Kante erreicht. Unser Richtwert für harte Stähle: ein Stein um Körnung 1000 zum Nachschärfen und einer mit 3000 bis 6000 zum Abziehen.
Winkel und Körnung kannst du vorher im Schärf-Trainer durchspielen. Den Unterschied der beiden Werkzeuge beschreibt der Ratgeber Wetzstahl oder Schleifstein.
Was Dick nicht angibt
Einiges, was man bei einem Messer dieser Preisklasse erwartet, steht in den Quellen nicht, die wir auswerten konnten. Zur Schneide gehören Schliffart (ein- oder beidseitig), Werkswinkel, Klingenstärke in Millimetern, die Toleranz der 61 HRC, der Stickstoffgehalt des Stahls und eine Angabe zur Schnitthaltigkeit. Zur Konstruktion gehören die Frage, ob der Erl durchgehend ist (die drei Nieten auf dem Foto sagen darüber nichts), die Grifflänge, der Schwerpunkt und ob die Klinge Kullen hat. Dicks Datenblatt führt außerdem ein Feld „Breite“ mit 4,90 cm und ein Feld „Höhe“ mit 2,00 cm, ohne zu erklären, welches die Klingenhöhe ist.
Offen bleiben auch die Art der anthrazitfarbenen Färbung und ob sie sich abnutzt, was im Karton liegt und ob ein Klingenschutz dabei ist, Garantie und unverbindliche Preisempfehlung, die Herkunft des Namens „DarkNitro“, eine Körnung für den Stein, der Preis des DarkNitro Wetzstahls (von uns nicht geprüft) sowie der genaue Fertigungsort. Fremdtests zum DarkNitro Santoku haben wir nicht gefunden.
Was kommt sonst infrage?
Drei Santokus aus unserem Katalog, die du gegen das DarkNitro abwägen wirst: zwei mit gleichem Härtegrad, eines mit Holzgriff und kürzerer Klinge.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| F. Dick DarkNitro Santoku 18 cm (dieses) | ein rostfreier, stickstofflegierter Stahl, X62CrMnN14, 61 HRC laut Dick | ca. 156 € | 9,1 | du Hammerschlag, Eichenholz und einen harten Stahl willst |
| Kai Shun Classic Santoku 18 cm | VG-MAX-Kern unter 32 Lagen Damaststahl, 61 (±1) HRC laut Kai | ca. 172 € | 9,3 | du das bestbewertete Santoku der Kategorie willst und gut 16 € mehr ausgibst |
| Miyabi 4000FC Santoku 18 cm | FC61-Stahl, ca. 61 HRC laut Zwilling, gefertigt in Seki, Japan | ca. 135 € | 8,8 | du denselben Härtegrad rund 21 € günstiger willst und auf Hammerschlag und Eichenholz verzichten kannst |
| Böker Meisterklinge Damast Santoku 16,5 cm | 16,5 cm statt 18 cm, Damast um VG-10-Kern laut Böker | ca. 126 € | 8,8 | du ein Santoku mit Holzgriff in kompakter Größe willst, gut 30 € weniger zahlen magst |
Die Preise sind Amazon-Preise mit Stand Juli 2026, die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus den Daten.
Wann dieses Messer passt und wann ein anderes
Fang bei deiner Schneidtechnik an. Gemüse und Fleisch in Scheiben schneidest du mit der geraden Schneide des DarkNitro. Hackst du Kräuter und Zwiebeln dagegen im Wiegeschnitt, passt eine stärker gebogene Klinge besser. Aus derselben Serie gibt es das DarkNitro Kochmesser 21 cm, das wir bei den Kochmessern besprechen: ca. 169 Euro (Stand Juli 2026), gut 13 Euro mehr als das Santoku, bei uns mit 9,0 bewertet.
Länge und Gewicht sind das Nächste. Mit 18 cm ist das DarkNitro so lang wie Kai und Miyabi. Es wiegt laut Dick 230 g, das Kai Shun Classic laut Kai Europe 206 g. Wer ein kleines Brett hat, nimmt das Böker mit seiner 1,5 cm kürzeren Klinge.
Bei der Pflege entscheidet dein Griff. Wer kein Holz ölen will, nimmt ein Messer mit Kunststoffgriff, etwa das Dick Superior Santoku (ca. 37 Euro, Stand Juli 2026, laut Dick mit Kunststoffgriff). Wie sich die Griffmaterialien unterscheiden, steht im Ratgeber Messergriff-Material.
Beim Schärfen gilt unsere Faustregel für glatte Wetzstähle, keine Herstellerangabe: Stähle um 56 bis 58 HRC pflegt oft ein Wetzstahl, ab etwa 60 HRC gehört die Schneide regelmäßig auf den Stein.
Für Linkshänder ist die Schliffart entscheidend (mehr dazu in der FAQ). Kai führt zum Shun Classic Santoku eine eigene Linkshandversion (DM-0702L), das Standardmodell hat laut Kai Europe einen kleinen Rand auf der rechten Griffseite.
Für wen geeignet?
Die falsche Wahl ist das DarkNitro für alle, die Messer lose in die Schublade legen. Dicks Pflegeanleitung empfiehlt einen Messerblock, eine Magnetschiene oder einen trockenen Platz, an dem sich die Klingen nicht berühren; in der Schublade sollen sie zumindest getrennt liegen. Bei 61 HRC zählt das mehr als bei weicherem Stahl (siehe Abschnitt zur Härte). Für eine Schublade mit Einsatz zählt die Gesamtlänge von 30,70 cm laut Dick, du brauchst also mindestens 31 cm Innenlänge.
Für alle, die in erster Linie nach Preis-Leistung kaufen, ist es nach unserer Einschätzung ebenfalls die falsche Wahl: Unsere Einzelwertung dafür liegt bei 7,6, der niedrigsten der vier Einzelnoten dieses Messers.



