Ein weißes Brett aus Metros Eigenmarke
METRO Professional ist eine Eigenmarke von METRO. Auf der Markenseite beschreibt Metro sie als Sortiment aus Non-Food- und Near-Food-Artikeln, entwickelt mit und für Gastronomen (Herstellerangabe zum Sortiment der Marke). Das Schneidebrett HDPE, 40 x 30 x 2 cm, weiß gehört dazu. Bei Amazon kostet es ca. 19,89 Euro (Stand Juli 2026), und der Katalogtitel hängt drei Schlagwörter an: antibakteriell, spülmaschinenfest, BPA free.
Wir hatten das Brett nicht in der Hand. Was hier steht, stammt aus dem Katalogtitel, aus den Produktangaben auf metro.de, aus dem Produktfoto und aus Artikeln auf test.de.
Die Kategorie Schneidebretter & Aufbewahrung führt bei uns Holz, Edelstahl und Kunststoff. Dieses Brett gehört zu den Kunststoffbrettern, und das Foto zeigt nur dieses eine.
Material, Maße und Form
Metro nennt als Material weißes Hart-Polyethylen (HDPE), der Katalogtitel kürzt auf „HDPE“. Die Abkürzung steht für High-Density-Polyethylen, also Polyethylen hoher Dichte, einen Thermoplast. Laut den Produkthighlights der Produktseite ist das Material spritzgegossen: Die Kunststoffschmelze wird dabei in eine Form gedrückt und erstarrt dort. Unter den Produktdaten derselben Seite steht laut Suchergebnissen als Material allerdings Polypropylen, ein verwandter Thermoplast. Katalogtitel, Seitentitel, Beschreibung und Produkthighlights sagen HDPE, und dem folgt dieser Text.
Das Brett misst 40 cm in der Länge, 30 cm in der Breite und 2 cm in der Dicke. Metro führt die Dicke als Höhe (L x B x H). Es ist einfarbig weiß und laut Metro von beiden Seiten nutzbar.
Das Produktfoto zeigt ein rechteckiges Brett mit geraden Seitenkanten und vier leicht abgerundeten Ecken, schräg von oben aufgenommen. Zu sehen ist nur die Oberseite: eine glatte, weiße Fläche ohne Rille, Mulde, Loch oder Logo.
Zur Einordnung der Härte: Polyethylen ist deutlich weicher als gehärteter Klingenstahl, der bei Küchenmessern grob zwischen 56 und 62 HRC liegt. Ein weicher Untergrund nimmt die Schneide auf und bekommt dafür Schnittspuren, ein harter schont das Brett und belastet die Kante.
Im Detail: antibakteriell und lebensmittelecht, was dahintersteht
„Antibakteriell“ steht im Katalogtitel und in der Aufzählung auf der Metro-Produktseite, neben „spülmaschinenfest“, „lebensmittelecht“ und „geschmacks- und geruchsneutral“. Wie die Wirkung zustande kommen soll, steht an keiner Stelle, die wir gefunden haben: kein Zusatzstoff, keine Beschichtung, keine Prüfnorm. Bei Kunststoffen gibt es dafür grundsätzlich zwei Wege, einen Zusatzstoff im Material oder eine Behandlung der Oberfläche. test.de nennt als Beispiel Silberverbindungen und gibt die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wieder: Eine Oberflächenbeschichtung mit Silberverbindungen biete beim Schutz vor Keimen keinen zusätzlichen Vorteil. Der Artikel heißt „Antibakterielle Schneidbretter: Bestenfalls unnötig“.
Zwilling schreibt dem Hinoki-Holz auf den englischsprachigen MIYABI-Seiten natürliche antibakterielle Eigenschaften zu. Das Wort steht damit bei Holz wie bei Kunststoff als Herstellerangabe da, und keine der beiden Seiten belegt einen Hygienevorsprung. Unsere Einschätzung: Wir würden den Kauf an Fläche und Pflege festmachen und das Wort außen vor lassen.
Für Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt gilt in der EU die Verordnung (EU) Nr. 10/2011, und ein Verweis auf sie wäre der Nachweis für „lebensmittelecht“. Geschmacks- und geruchsneutral sind ebenfalls Herstellerworte.
Ist ein Kunststoffbrett hygienischer als Holz?
Nicht grundsätzlich. Im K-Tipp-Vergleich, den test.de am 29.01.2021 veröffentlichte, war nach zwei Wochen mit täglicher Handwäsche das Buchenholzbrett Proppmätt von Ikea am wenigsten mit Bakterien belastet, einige Plastikbretter waren stark verkeimt.
K-Tipp ist die Schweizer Partnerorganisation, deren Untersuchungen test.de veröffentlicht. Ein weiterer test.de-Artikel, dessen Datum wir nicht ermittelt haben, schreibt, gut gereinigte Holzbretter stellten kein größeres Hygienerisiko dar als Kunststoffbretter, wie Untersuchungen zeigten; welche Untersuchungen gemeint sind, haben wir nicht gefunden. Im Langzeitversuch blieben Bakterien laut test.de eher auf Plastik zurück. Gewaschen wurde dabei täglich von Hand, der Maschinengang, den Kunststoff Holz voraushat, ist damit nach unserer Lesart nicht abgebildet. Dazu schreibt test.de: Kunststoffbretter dürfen in die Spülmaschine, und die meisten Keime überstehen ein langes Programm bei hoher Temperatur nicht.
Ein zweiter K-Tipp-Vergleich erschien bei test.de am 24.07.2025 und umfasst zwölf Bretter aus Plastik, Holz und Glas. Zum Metro-Brett haben wir in keinem der beiden Vergleiche ein Ergebnis gefunden, die Aussagen gelten für die geprüften Bretter. Unter den besten nennt test.de die Ikea Finfördela und das Candl Handy TPU, beide in Deutschland erhältlich.
Unsere Einschätzung: Wer ein Brett ohnehin von Hand spült, findet in diesen Quellen keinen Hygienegrund für Kunststoff. Wer die Maschine nutzt, hat bei Holz ein anderes Problem, denn Zwilling schreibt in seinem Ratgeber zur Schneidebrettpflege, die Spülmaschine könne Holz verziehen und beschädigen.
Spülmaschine und Pflege
Das Wort spülmaschinenfest sagt, dass das Brett den Spülgang übersteht, und nicht, wie viele Keime dabei verschwinden. Einen Richtwert für das Programm liefert nur test.de: K-Tipp empfiehlt im Vergleich von 2025, Kunststoffbretter bei mindestens 65 Grad Celsius in der Spülmaschine zu reinigen.
Was Metro und der Katalog zum Brett offenlassen
Gesucht und nicht gefunden haben wir eine Härteangabe, eine Aussage zur Klingenschonung, ein verlässliches Gewicht (siehe unten), eine gesicherte Modell- oder Artikelnummer (zwei Kandidaten tauchten je nur einmal auf), HACCP in den Angaben zu genau diesem Brett, die Angabe „BPA free“ auf metro.de, einen Verweis auf die EU-Verordnung für Lebensmittelkontakt, die Oberflächenstruktur, die Beschaffenheit der Unterseite mit Füßen, Rutschschutz und Fasen, eine Pflegeanleitung, eine Garantie, eine Lebensdauer und die Frage, ob Metro das Brett auch für den Haushalt vorsieht.
Beim Gewicht widersprechen sich die Metro-Angaben. Zu Brettern dieser Größe nennt Metro an verschiedenen Stellen 0,002206 kg und 250 Gramm. Beide Werte sind für ein massives Brett dieser Größe zu klein: 40 x 30 x 2 cm sind 2400 Kubikzentimeter, und HDPE hat eine Dichte von rund 0,95 Gramm pro Kubikzentimeter (Fachwissen zum Werkstoff, keine Herstellerangabe). Ein 2er-Set-Angebot von Metro nennt für ein Brett mit 40 x 30 x 2 cm dagegen 2,2 kg, gehört aber zu einem anderen Artikel.
Dass das Amazon-Angebot und die Metro-Produktseite dasselbe Brett meinen, schließen wir aus gleichem Namen und gleichen Maßen, eine gemeinsame Nummer haben wir nicht. Die Metro-Seite lag uns nicht im Volltext vor, sondern als Zitate in Suchergebnissen, und ein Wert, der dort nur einmal auftauchte, steht in diesem Text nicht. Offen sind auch das Erscheinungsdatum des test.de-Artikels zu antibakteriellen Schneidbrettern sowie Preis und Zugangsbedingungen auf dem Metro-Marktplatz, wo das Brett ebenfalls steht. Unser Preis ist der von Amazon.
Was kommt sonst infrage?
Drei Bretter aus unserem Katalog, die du realistischerweise neben diesem abwägst: eines aus Holz, ein Kunststoff-Set und eines aus Edelstahl.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Metro Professional HDPE Schneidebrett 40 x 30 cm (dieses) | HDPE, 40 x 30 x 2 cm, weiß, von beiden Seiten nutzbar, spülmaschinenfest laut Hersteller | ca. 19,89 € | 8,8 | du ein einzelnes, großes Kunststoffbrett für die Spülmaschine suchst und keine Angaben zu Härte oder Normen brauchst |
| Zwilling Miyabi Hinoki Schneidbrett 35 x 20 cm | Hinokiholz, 35 x 20 x 3 cm, gelegentliches Ölen laut Zwilling | ca. 85,04 € | 9,3 | du ein Holzbrett von Hand pflegen willst und ein Brett suchst, zu dessen Klingenschonung der Hersteller etwas sagt |
| Difuli Schneidebrett-Set 3-teilig | Set aus drei Kunststoffbrettern in verschiedenen Größen | ca. 14,99 € | 8,0 | du mehrere Bretter in verschiedenen Größen für weniger als 15 Euro willst |
| Zolmer Edelstahl Schneidebrett 34 x 23 cm | Edelstahl statt Kunststoff, kleinere Fläche | ca. 24,64 € | 8,0 | du eine Metallfläche willst und mit 34 x 23 cm auskommst |
Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung und kein Messergebnis, und die Tabelle taugt nicht dazu, Materialien nach Hygiene zu ordnen. Die Preise sind Stand Juli 2026.
Gerechnet: Das Metro-Brett ist ca. 4,90 Euro teurer als das Difuli-Set und ca. 4,75 Euro günstiger als das Zolmer. Gegenüber dem Hinoki spart es ca. 65,15 Euro und kostet weniger als ein Viertel; selbst zwei Metro-Bretter (ca. 39,78 Euro) bleiben unter der Hälfte des Hinoki-Preises. Bei der Schnittfläche (Länge mal Breite) stehen 1200 Quadratzentimeter beim Metro-Brett 782 beim Zolmer und 700 beim Hinoki gegenüber. Pro Quadratzentimeter sind das rund 1,66 Cent beim Metro-Brett, rund 3,15 Cent beim Zolmer und rund 12,15 Cent beim Hinoki.
Wann dieses Brett, wann ein anderes
Die Fläche entscheidet zuerst. Das Brett braucht auf der Arbeitsplatte 40 mal 30 Zentimeter. Hast du weniger frei, sind das Zolmer mit 34 x 23 cm oder das Hinoki mit 35 x 20 cm die passenderen Größen, beide kosten allerdings mehr.
Spülst du ohnehin in der Maschine, sprechen die Herstellerangaben für Kunststoff. Pflegst du gern von Hand, ist das Hinoki die Alternative, und der Aufwand lässt sich beschreiben. Es besteht laut Zwilling aus einem einzigen Holzstück ohne Verleimung und ist stark wasserresistent, daher leicht zu reinigen. Zwilling rät in seinem Ratgeber, ein neues Holzbrett sofort zu ölen, das Öl mindestens 24 Stunden einziehen zu lassen und den Rest abzuwischen. Danach ölst du laut Miyabi-Seite von Zeit zu Zeit, nach heißem Abwaschen und vollständigem Trocknen, in Faserrichtung.
Willst du die Schneide eines teuren Messers schonen, wähl ein Brett, zu dem der Hersteller etwas sagt. Zwilling bezeichnet das Hinoki als Schneidunterlage für MIYABI-Messer, deren empfindliche Klingen nur geringe Abnutzung erführen (Herstellerangabe). Als einziges Brett für ein teures Messer würden wir dieses nicht einplanen, denn Metro macht zur Klingenschonung keine Angabe. Unsere Einschätzung: Härterer Stahl hält die Schärfe länger, ist aber spröder, und Messer ab etwa 60 HRC reagieren auf eine ungeeignete Unterlage empfindlicher als weichere.
Schneidest du viel Saftiges, etwa Braten oder Melone, brauchst du eine Saftrille, die die Flüssigkeit am Rand sammelt. Laut Foto hat dieses Brett keine, ein Brett mit Saftrille ist dann die bessere Wahl.
Schneidest du oft rohes Fleisch oder Fisch, ist ein zusätzliches, waschbares Brett sinnvoll. test.de rät, Fleisch, Fisch und Geflügel auf einem anderen Brett zu schneiden als Gemüse, Salat und Obst. Das Metro-Brett passt in diese Rolle, weil Metro es spülmaschinenfest nennt. Die zweite Seite ersetzt das zweite Brett nach unserer Einschätzung nicht: test.de spricht von einem anderen Brett. Brauchst du gleich mehrere Bretter, schau auf das Difuli-Set mit drei Kunststoffbrettern.
Spielt das Fertigungsland für dich eine Rolle: Das Metro-Brett kommt laut Produktseite aus Taiwan, das Hinoki laut Zwilling aus Japan.
Wie Holz, Kunststoff, Bambus und Glas grundsätzlich zusammenhängen, steht in unserem Ratgeber zum Schneidebrett.
Für wen geeignet?
Die falsche Wahl ist das Brett für alle, die in einem Betrieb ein Brett für ein eigenes HACCP-Konzept suchen. HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist ein Verfahren der Lebensmittelbetriebe zur Gefahrenanalyse und kein Prüfzeichen für Bretter. In den Angaben zu diesem Brett, die wir gefunden haben, kommt HACCP nicht vor; bei anderen Brettern der Marke (mit Anschlag, im Gastronorm-Format) nennt Metro es in der Beschreibung.



