Ha no Kuromaku Orange 1000: ein Mittelstein mit Kunststoffkasten
Der Shapton Ha no Kuromaku Orange Medium 1000 ist ein Schleifstein mit der Körnung 1000, Shapton führt ihn unter der Modellnummer K0702. Der Amazon-Katalogtitel lautet „Shapton for Professional - Ceramic Whetstone Grit 1000 Orange-Medium“. Das Wort „Professional“ steht im Katalogtitel; in seiner FAQ empfiehlt Shapton diese Stufe für normale Haushaltsmesser.
Bei Amazon kostete der Stein ca. 50 Euro (Stand Juli 2026). Unter den Schärfsteinen mit nur einer Körnung in unserem Katalog kosten nur der Naniwa Chosera (ca. 102 Euro) und der Naniwa Gouken (ca. 63 Euro) mehr, der Suehiro 1000 liegt mit ca. 39 Euro darunter. In unserer redaktionellen Wertung steht der Shapton mit 9,0 auf Platz drei von 22 Reviews in der Kategorie Schleifstein, hinter dem Vergleichssieger Xinzuo (9,5) und dem Naniwa Chosera (9,1).
Hersteller ist die Shapton Co., Ltd. mit Sitz in Mashiko, Präfektur Tochigi, Japan; als Anschrift nennt die Firma 1101 Nabatame, Mashiko-machi, Haga-gun, Tochigi 321-4215.
Foto, Maße und Kasten
Das Produktfoto zeigt die Verpackung, keinen freigestellten Stein: einen orangefarbenen Kasten mit weißem Etikett. Darauf stehen das Logo SHAPTON, der große Schriftzug 刃の黒幕 und die Aufdrucke CERAMIC WHETSTONE, 中砥 (Mittelstein), 刃の黒幕オレンジ 1000 und K0702. Unter dem Schriftzug 中砥 steht klein gedruckt 210×70×15 mm, lesbar erst in der Vergrößerung. Der Stein ist auf dem Etikett als gelblich goldener Quader in einem orangefarbenen Kasten abgebildet, nicht als orangefarbener Stein. Welche Farbe der echte Stein hat, lässt sich aus der Abbildung nicht ablesen. „Orange“ ist in Shaptons Farbcodierung der Name der Stufe 1000. Der Serienname setzt sich aus 刃 (ha), Klinge oder Schneide, und 黒幕 (kuromaku) zusammen, wörtlich „schwarzer Vorhang“, im übertragenen Sinn die Person im Hintergrund, die die Fäden zieht.
Die Maße bestätigt Shapton: 210 x 70 x 15 mm, also 21 x 7 x 1,5 cm, bei etwa 500 g. Die Kuromaku-Serie beschreibt Shapton als massive 15-mm-Steine mit Kunststoffkasten. Der Kasten erleichtert den Transport und taugt laut Shapton auch als Unterlage zum Schärfen.
Was die Länge für deine Messer bedeutet, rechnest du nach: Die Klinge eines Kochmessers mit 20 cm ist kürzer als der Stein, eine 24-cm-Klinge nicht. Dann schärfst du abschnittsweise.
Im Detail: Körnung 1000, Klasse in Mikrometern und Bindung
Je höher die Zahl, desto feiner das Korn. Shapton ordnet die 1000 als Medium ein, auf dem Karton steht dafür 中砥, Mittelstein. Auf der englischen Seite des Herstellers sind zehn Stufen der Kuromaku-Serie aufgeführt, von 120 bis 30000. Orange 1000 ist die vierte der zehn Stufen. Eine Medium-Stufe ist die gängige Wahl, um eine stumpfe, aber unbeschädigte Schneide wieder aufzubauen. Sie trägt genug Material ab, um die verrundete Kante zu erreichen, und hinterlässt Riefen, die ein feinerer Stein anschließend glättet.
Shapton beschreibt seine Körnungsangabe als „Klasse“: der ungefähre mittlere Korndurchmesser des Schleifmittels in Mikrometern. Die Norm hinter der Zahl 1000 bleibt offen, JIS oder FEPA, und das ist mehr als eine Formalie. Die Normen definieren und messen die Korngröße unterschiedlich, gleiche Zahlen bedeuten deshalb nicht überall dieselbe Feinheit. JIS ist bei japanischen Steinen üblich, FEPA bei Schleifpapier und vielen europäischen Produkten.
„Ceramic Whetstone“ steht auf dem Karton und im Katalogtitel. Allgemein schreibt Shapton, Schleifsteine bestünden aus Schleifmitteln wie Aluminiumoxid und Siliziumkarbid, verbunden mit Bindemitteln. Schleifmittel und Bindung sind zwei verschiedene Dinge. Korund ist ein Schleifmittel, nämlich Aluminiumoxid. „Keramisch“ beschreibt in der Schleiftechnik üblicherweise die Bindung, eine gebrannte, verglaste Masse, die das Korn hält. Ein keramisch gebundener Stein kann also Korund enthalten, „Keramik statt Korund“ ist kein Gegensatz.
Reicht ein 1000er allein zum Schärfen?
Für die Grundschärfe ja, für den Feinschliff nicht: Shapton empfiehlt für normale Haushaltsmesser den Orange Medium (1000) als Schleifstein und den Wine Fine (5000) als Finishstein. Wer nur einen Stein will, soll laut Shapton den Blue Medium (1500) nehmen, der wie der Orange zur Medium-Klasse gehört.
Der 1000er übernimmt die Arbeit an der Schneide selbst. Je stumpfer die Klinge, desto länger bleibst du auf dieser Stufe, bis sich entlang der ganzen Schneide ein feiner Grat aufwirft, den du mit dem Daumen quer zur Schneide auf der Gegenseite fühlst. Erst wenn er über die ganze Länge läuft, wechselst du die Seite, später dann auf die feinere Stufe.
Ausbrüche und Scharten sind eine andere Arbeit. Die Kuromaku-Serie hat dafür gröbere Stufen: White 120, Moss 220 und Blue Black 320. Als Faustregel aus dem Handwerk gehören tiefe Scharten auf einen Stein unter etwa 400, auf einem 1000er dauert das Herausschleifen sehr lange.
Pflege und Schärfen: Wasser, Planen, Winkel
Shapton wirbt mit „Ready to Sharpen Immediately“: kein Einweichen vor dem Gebrauch, Wasser aufsprühen. Die FAQ des Herstellers grenzt das ein. Nur beim allerersten Mal nach dem Kauf sollst du den Stein 5 bis 6 Minuten in Wasser legen, damit er gleichmäßiger schleift. Danach genügt Wasser auf der Oberfläche. Beide Seiten sind nutzbar, Shapton rät zum Beginn auf der Seite ohne Aufdruck.
Allgemein wirbt Shapton außerdem mit „Sharpens Faster“ (hoher Schleifmittelanteil) und „Reduced Wear“ (Bindungstechnologie, langlebige Steine).
Mit dem Gebrauch wird jeder Stein hohl, auch ein Shapton. Laut Hersteller verformen sich die Steine beim Schärfen und werden konkav. Das ist nachvollziehbar: Der Stein trägt dort am meisten ab, wo die Klinge am häufigsten läuft, meist in der Mitte. Eine Mulde stört, weil die Fase nicht mehr gleichmäßig aufliegt und die Schneide ungleichmäßig bearbeitet wird (Fachwissen, keine Herstellerangabe). Shapton empfiehlt, die Oberfläche vor jedem Schärfen zu planen, auch Läppen genannt: Du schleifst den Stein auf einer harten, ebenen Platte wieder eben. Als Läppplatten nennt Shapton die DGLP und die NAORU. Dabei trägst du Stein ab, seine Dicke ist also ein begrenzter Vorrat. Wie das Planen abläuft, erklärt der Ratgeber Schleifstein abrichten. Weder eine Läppplatte noch eine Winkelführung nennt der Katalogtitel, und auf dem Foto ist keine von beiden zu sehen. Rechne für die Läppplatte also mit einem separaten Kauf; den Winkel hältst du freihändig.
Den Schleifwinkel bestimmt die Klinge, nicht der Stein. Wie flach 10 bis 20 Grad sind, kannst du im Winkel-Trainer des Schärf-Trainers am Regler nachvollziehen, bevor du zum Stein greifst. Die Handhaltung übst du damit nicht. Welche Körnung zu welchem Zustand der Schneide passt, steht im Ratgeber Schleifstein-Körnung.
Was kommt sonst infrage?
Drei Steine aus unserem Katalog, die sich neben dem Shapton aufdrängen.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Shapton Ha no Kuromaku Orange 1000 (dieses) | Einzelstein mit Körnung 1000, Kunststoffkasten als Unterlage laut Shapton | ca. 50 € | 9,0 | du die Grundschärfe auf einem eigenen Stein willst und für den Feinschliff einen zweiten einplanst |
| Suehiro Wasserstein 1000 | gleiche Körnung 1000 als Einzelstein, laut Produktname ein Wasserstein | ca. 39 € | 8,5 | du für die Grundschärfe einen reinen 1000er suchst und 11 Euro sparen willst |
| King Kombi-Schärfstein 1000/6000 | ein Block mit zwei Körnungen, 1000 und 6000 | ca. 42 € | 8,8 | du mit einem Stein von der Grundschärfe bis zum Feinschliff auskommen und gut 8 Euro weniger zahlen willst |
| Xinzuo Profi-Schleifstein-Set 3000/8000 | reine Feinstufe 3000 und 8000, laut Katalogtitel mit Diamant-Flachstein und Winkelführung, ohne 1000er-Seite | ca. 66 € | 9,5 | deine Messer schon halbwegs scharf sind und du nur verfeinern willst; das sind 16 Euro mehr |
Die Tabelle taugt nicht dazu, Abtrag oder Haltbarkeit der vier Steine zu vergleichen. Die Preise sind Amazon-Preise von Juli 2026, die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus Herstellerangaben, kein Messergebnis.
Wann dieser Stein, wann ein anderer
Sind deine Messer stumpf, aber ohne Ausbrüche, ist die 1000 die passende Stufe. Haben sie Scharten, brauchst du vorher einen gröberen Stein, bei Shapton eine der drei Stufen unter 400, und damit einen weiteren Kauf. Sind sie nur leicht stumpf oder schon einmal auf einem 1000er geschärft worden, bringt dir eine Feinstufe mehr als der Shapton. Dann würden wir das Xinzuo-Set nehmen.
Soll ein einziger Stein genügen, ist der Orange 1000 nicht die Wahl, und in unserem Katalog ist der King 1000/6000 die Lösung aus einem Block, mit der 6000er-Seite als Feinschliff.
Zum Budget zählt neben dem zweiten Stein die Läppplatte für das Planen, das Shapton empfiehlt. Kaufst du keine oder baust du die Arbeit nicht in die Routine ein, bist du mit diesem Stein nach unserer Einschätzung schlecht bedient. Wer das Planen vermeiden will, schaut zu Diamantplatten: Sie verformen sich im Gebrauch nach allgemeinem Fachwissen kaum; in unserem Katalog ist das der Sharpal 168H mit der Körnung 325/1000.
Beim Platzbedarf zählt der Kasten mit, der als Unterlage dient. Rutscht er auf deiner Arbeitsfläche, hilft eine rutschhemmende Matte darunter; das ist unser Rat, keine Herstellerangabe.
Mischst du den Shapton mit Steinen anderer Hersteller, zählt das Ergebnis auf der Schneide, nicht die Zahl auf dem Stein, aus dem oben genannten Grund. Als Schmiermittel genügt Wasser. Öl erlaubt Shapton ebenfalls, aber mit einer Bedingung, die unten in den häufigen Fragen steht.
Was offen bleibt
Unsere Herstellerangaben stützen sich auf Shaptons englische Startseite, die FAQ und die Seiten zu den Läppplatten sowie auf den Amazon-Katalogtitel. Eine eigene Produktseite mit Datenblatt oder Anleitung zum K0702 haben wir nicht gefunden. Den Stein hatten wir nicht in der Hand, unsere Einschätzungen folgen aus diesen Angaben. Offen bleibt:
- Schleifmittel und Bindung des K0702, belegt ist nur die Bezeichnung Ceramic Whetstone.
- Körnungsnorm (JIS oder FEPA) und der mittlere Korndurchmesser in Mikrometern für die 1000.
- Abtragsleistung, Verschleiß und die Frage, wie oft du den Stein planen musst, jeweils in Zahlen.
- Welches Öl Shapton für die Kuromaku-Steine vorsieht.
- Fertigungsland: Der Firmensitz liegt in Japan, ein Aufdruck „Made in Japan“ ist auf dem Foto nicht lesbar.
- Die Maße des Kunststoffkastens und ob er rutschfest ist.
- Wie viel der Dicke sich abtragen lässt, bevor der Stein aufgebraucht ist.
- Die Preise von Wine 5000, Blue 1500 und den Läppplatten DGLP und NAORU: Sie stehen nicht in unserem Katalog, die Gesamtkosten mit Finishstein und Läppplatte lassen sich deshalb nicht angeben.
- Unabhängige Messwerte oder Prüfergebnisse zu diesem Stein liegen uns nicht vor.
Für wen geeignet?
Für Besitzer von Keramikmessern ist der Shapton die falsche Wahl. In seiner FAQ nimmt Shapton alle Klingenmaterialien als schärfbar an, außer Keramik und Superlegierungen. Stahlklingen sind damit nicht ausgeschlossen, rostfrei oder nicht. Die FAQ gilt für Shapton-Steine allgemein.
Auch wer weichen Stahl besitzt und nur gelegentlich nachzieht, ist mit einem Wetzstahl besser bedient. Als Faustregel reicht er bei Stahl um 56 bis 58 HRC oft aus, härterer Stahl ab etwa 60 HRC gehört auf den Stein.



