Nicht jeder Stein in diesem Vergleich schärft eine Klinge – der Bacher Läppstein tut etwas anderes: Er hält andere Schleifsteine gerade. Wer schon einmal mit einem muldig geschliffenen Kombistein gearbeitet hat, kennt das Problem: Der Winkel, den man eigentlich halten will, verzieht sich unmerklich mit jeder unebenen Stelle im Stein. Genau dafür gibt es Abricht- oder Läppsteine wie diesen. Anders als die übrigen elf Produkte in diesem Vergleich landet der Bacher-Läppstein also nie an einer Messerklinge selbst, sondern arbeitet indirekt – und trotzdem hat er direkten Einfluss darauf, wie sauber jeder andere Schleifstein am Ende schärft.
Ein Stein für die anderen Steine
Der Bacher Läppstein besteht aus grobem Siliziumkarbid mit Körnung 220 und ist in einer kompakten, handlichen Form gehalten – deutlich kleiner als ein typischer Schärfstein, dafür genug, um flächig über die Oberfläche eines verzogenen Wasser- oder Kombisteins zu gleiten. Verarbeitung und Kantenverrundung wirken solide, ohne scharfe Grate, die beim Arbeiten stören. Anders als die übrigen Produkte in diesem Vergleich landet dieser Stein nie direkt an einer Messerklinge, sondern immer zwischen zwei Schärfsitzungen im Einsatz.
Im Detail: Abrichten statt Schärfen – der Unterschied zählt
Wasser- und Kombisteine tragen sich beim Gebrauch nie gleichmäßig ab. Meist entsteht in der Mitte des Steins eine leichte Mulde, weil dort der größte Teil der Klinge geführt wird, während die Ränder kaum berührt werden. Diese Unebenheit ist mit bloßem Auge oft kaum sichtbar, verfälscht aber jeden Schärfwinkel, den man eigentlich konstant halten will. Der Läppstein trägt mit seiner groben 220er-Körnung genau diese erhöhten Stellen wieder ab, bis die Fläche erneut plan ist. Bei stärker verzogenen Steinen braucht das mehrere Minuten kreisender Bewegungen; eine einfache Kontrolle mit Lineal oder gerader Kante zeigt, wann die Fläche wieder gleichmäßig ist. Wichtig ist dabei gleichmäßiger Druck über die gesamte Fläche des zu bearbeitenden Steins – wer nur in der Mitte drückt, verstärkt die vorhandene Mulde eher, statt sie zu beseitigen. Für breitere Kombisteine lohnt sich deshalb ein bewusst geführtes Muster in Achten oder parallelen Bahnen.
Brauche ich einen Abrichtstein wirklich?
Ja, sobald ein Schleifstein regelmäßig genutzt wird. Ohne Abrichten verzieht sich jeder klassische Wasser- oder Kombistein über die Zeit, und die entstehende Mulde macht einen konstanten Schärfwinkel praktisch unmöglich. Wer nur gelegentlich schärft, kann das Abrichten seltener einplanen – ganz weglassen sollte man es bei Steinen aus Korund oder Keramik aber nicht.
Wie oft solltest du abrichten?
Eine feste Regel gibt es nicht, ein einfacher Test schon: Eine gerade Kante – etwa der Rücken eines Wetzstahls – flach auf den Stein gelegt, zeigt an den Lichtspalten, wo Material fehlt. Zeigen sich sichtbare Lücken, ist Abrichten fällig. Bei intensiver Nutzung mehrmals wöchentlich kann das alle paar Wochen nötig sein, bei gelegentlichem Schärfen deutlich seltener. Wie sich Körnung und Winkel beim eigentlichen Messerschliff zusammenspielen, lässt sich unabhängig davon im Schärf-Trainer durchspielen.
Für wen geeignet?
Der Bacher Läppstein ist für alle sinnvoll, die bereits einen oder mehrere Wasser- oder Kombisteine besitzen und regelmäßig schärfen – ohne diesen Begleiter verziehen sich klassische Steine früher oder später unbemerkt. Wer ausschließlich Diamantsteine nutzt oder nur einmal im Jahr zum Stein greift, kann die Anschaffung erst einmal zurückstellen. Als Ergänzung zu den übrigen Schleifsteinen im Vergleich ist er kein Muss, aber eine der günstigsten Maßnahmen, um die Investition in die eigentlichen Schärfsteine langfristig zu schützen. Wer mehrere hochwertige Steine unterschiedlicher Körnung besitzt, spart mit einem einzigen Läppstein zudem den separaten Kauf teurerer Abrichtplatten für jede einzelne Körnungsstufe.
Weitere passende Produkte für jede Körnungsstufe zeigt die Bestenliste Schleifsteine.



