Das F. Dick DarkNitro Kochmesser ist 21 cm lang und geschmiedet, die Klinge anthrazitfarben mit Hammerschlag, der Griff aus Eichenholz. Amazon führt es als „F. DICK Kochmesser DarkNitro 21 cm“. Am Ende des Katalogtitels steht die Dick-Artikelnummer 81147212, dieselbe wie auf der Produktseite des Herstellers. Der Preis liegt bei ca. 169 Euro (Stand Juli 2026).
In unserem Katalog stehen 27 Kochmesser. Beim Preis liegt das DarkNitro auf Rang 7 von oben, bei der Wertung (9,0) teilt es sich die Ränge 4 bis 8 mit vier weiteren Modellen. Vergleichssieger ist das Wüsthof Classic; die übrigen findest du im Überblick Kochmesser & Gyuto.
Wir hatten das Messer nicht in der Hand. Was hier steht, stammt von Dicks Produkt- und Serienseite, Dicks Pflegeanleitung, dem Amazon-Katalogtitel und dem Produktfoto, Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet. Pflege-, Verwendungs-, Garantie- und Schärfangaben von Dick (Anleitungen, FAQ, Werksschliff, Körnungen) gelten für die ganze Marke und nicht eigens für dieses Messer. Zur Serie gehören laut Dick außer dem Kochmesser ein Officemesser (12 cm), ein Brotmesser mit Wellenschliff (26 cm), ein Santoku (18 cm) und ein Wetzstahl (30 cm). Kochmesser, Officemesser und Wetzstahl kamen laut Dick-Pressemitteilung ab Mitte November 2023 über den Fachhandel auf den Markt.
Stahl, Härte und Fertigung laut Dick
Dick beschreibt den Stahl der DarkNitro-Serie als martensitisch, rostfrei und stickstofflegiert. Auf Dicks Serienseite steht die Werkstoffbezeichnung X62CrMnN14, als Härte gibt Dick 61 HRC an. Geschmiedet wird die Klinge laut Dick in einem speziellen Verfahren und danach eisgehärtet. „Geschmiedet, rostfrei“ steht auch im Amazon-Katalogtitel; dort heißt der Stahl nur „Spezialstahl“, die Sorte findest du erst beim Hersteller.
Zum Gefüge schreibt Dick, es sei sehr fein und erlaube einfaches Nachschärfen mit sehr scharfer Schneide. Als Stärken des Stahls hebt Dick in der Pressemitteilung zur Serie die Härte und eine besondere Korrosionsbeständigkeit hervor.
Zwei Werbeformeln übernehmen wir nicht als Eigenschaft: „Klinge extra scharf“ im Amazon-Titel und „extrem dünne, scharfe Klinge“ im Produkttext von Dick. Beide sind Werbung.
Im Detail: Stickstoff, Eishärtung und was 61 HRC bedeuten
Ein Stahl gilt ab etwa 10,5 Prozent Chrom als rostfrei, weil sich dann an der Oberfläche eine dünne Schutzschicht bildet. Martensitisch nennt man einen Stahl, der seine Härte durch Erhitzen und Abschrecken bekommt; dabei entsteht das harte Gefüge namens Martensit. Beides zusammenzubringen ist heikel: Härte braucht Kohlenstoff, Kohlenstoff bindet aber Chrom in Karbiden, und dieses Chrom fehlt dann dem Rostschutz. Hier setzt der Stickstoff an. Allgemein gilt: In martensitischen Stählen kann er einen Teil der Härtewirkung des Kohlenstoffs übernehmen und stützt die Korrosionsbeständigkeit.
Beim Eishärten wird der Stahl nach dem normalen Härten tiefgekühlt. Der Grund: Im gehärteten Gefüge bleibt oft ein Rest Austenit stehen, weicher als Martensit und nicht dauerhaft stabil. Kälte treibt einen Teil davon in Martensit, Härte und Maße werden verlässlicher.
Die Rockwell-Härte C misst, wie tief ein Diamantkegel unter definierter Last in den Stahl eindringt; je flacher, desto höher der HRC-Wert. Als Faustregel verformt sich die Schneide bei härterem Stahl weniger und bleibt deshalb länger scharf. Dafür ist der Stahl unnachgiebiger und bricht eher aus, etwa bei seitlicher Belastung oder wenn die Schneide auf Hartes trifft.
Aus unserem Katalog: Wüsthof gibt für das Classic Kochmesser 58 HRC an, Kai für das Shun Classic 61 (±1) HRC. Das DarkNitro steht mit der Dick-Angabe bei Kai, drei Punkte über Wüsthof. Bei Kai bedeutet das ±1 eine Spanne von 60 bis 62 HRC, bei Dick steht nur die 61. Was drei Punkte an der Schneide ausmachen, hängt zusätzlich von Gefüge und Schliffwinkel ab; wie lange die Schneide des DarkNitro hält, lässt sich aus der Härtezahl allein nicht ablesen.
Hammerschlag, Eichenholz, drei Nieten: was das Produktfoto zeigt
Auf dem Foto ist die Klinge dunkelgrau bis anthrazit, die Hammerschlag-Struktur zieht sich gleichmäßig über die Klingenfläche. Entlang der Schneide läuft ein schmaler, heller, blanker Streifen ohne Hammerschlag. Auf der Klinge stehen in heller Schrift „DarkNitro“, das Pfeil-Logo mit „F.DICK“, „HIGH CARBON · NO STAIN“ und „MADE IN GERMANY“; kleinere Zeilen sind in der Auflösung des Fotos nicht zu entziffern. „HIGH CARBON“ heißt hoher Kohlenstoffgehalt, „NO STAIN“ lesen wir als Hinweis auf Rostfreiheit; Dick und der Katalogtitel nennen den Stahl rostfrei.
Dick nennt die Klinge anthrazitfarben, mit Hammerschlag und Carbon-Optik, gefärbt in einem umweltfreundlichen Spezialverfahren. Der Hammerschlag soll viele kleine Luftpolster zwischen Klinge und Schnittgut erzeugen, damit sich das Schnittgut leichter löst. Das ist eine Herstellerangabe, von uns nicht geprüft. Mit Kullen solltest du den Hammerschlag nicht verwechseln: Kullen sind längliche Mulden in der Klingenflanke (mehr im Ratgeber Kullenschliff), meist in einer Reihe oberhalb der Schneide, der Hammerschlag überzieht dagegen die ganze Fläche. Kullen sind auf dem Foto keine zu erkennen.
Die Form ist die klassische Kochmesserform: breite Klinge, der Rücken fällt zur Spitze ab, die Schneide ist leicht bauchig. Mit so einer Schneide kannst du im Wiegeschnitt arbeiten, bei dem die Spitze auf dem Brett bleibt und die Klinge wippt, aber auch ziehen und drücken; die Techniken erklärt der Ratgeber Schneidetechniken. Als Einsatz nennt Dick Kräuter und Gemüse sowie Fleisch und Fisch.
Den Griff beschreibt Dick als ergonomisch geformt, aus Eichenholz, laut Dick Räuchereiche, mit abgeschrägter Zwinge. Er sei von Fachleuten handgeschliffen, jedes Messer habe einen eigenen Farbcharakter und eine eigene Maserung, keine zwei seien gleich. Auf dem Foto siehst du dunkelbraunes Holz mit sichtbarer Maserung, drei silberfarbene Nieten in einer Reihe, ein abgerundetes Griffende und die silberfarbene Metallzwinge zwischen Griff und Klinge. Das ganze Messer wiegt laut Dick 0,25 kg. Welche Griffmaterialien es gibt und wie sie sich unterscheiden, steht im Ratgeber Messergriff-Material.
Pflege: Handwäsche, abtrocknen, Griff ölen
Gespült wird von Hand, die Spülmaschine ist für dieses Messer tabu. Dicks Pflegeanleitung sieht ein weiches Tuch und einen milden, alkalischen Reiniger vor. Danach spülst du die Klinge mit Wasser ab und reibst sie trocken.
Der Eichenholzgriff bekommt gelegentlich ein lebensmittelechtes Öl, als Beispiel nennt Dick Olivenöl. Damit soll er laut Dick weder schrumpfen noch reißen.
Als Schneidunterlage empfiehlt Dick Holz oder Kunststoff. Glas, Marmor und Granit machen ein Messer laut Dick sehr schnell stumpf. Brettmaterialien vergleicht der Ratgeber Schneidebrett, die allgemeine Pflege der Ratgeber Messerpflege.
Reicht der Wetzstahl, oder brauchst du einen Schleifstein?
Zum Nachschärfen empfiehlt Dick den eigenen DarkNitro Wetzstahl mit 30 cm Länge. Wir würden zusätzlich einen Schleifstein einplanen, denn für einen neuen Grundschliff oder eine Scharte ist der Stein das passendere Werkzeug, und den Winkel bestimmst du dort selbst.
Unsere Faustregel: Bei Stahl um 56 bis 58 HRC genügt oft ein Wetzstahl, ab etwa 60 HRC gehört die Schneide regelmäßig auf den Stein, und ein glatter Stahl-Wetzstab richtet bei so hartem Stahl eher Schaden an. Diese Regel gilt für klassische, glatte Stäbe. Dicks DarkNitro Wetzstahl ist eine Sonderausführung: Seine Oberfläche ist laut Dick für sehr hohen Abtrag ausgelegt, und Dick nennt ihn besonders geeignet für harte Messer. Unsere Einordnung: Eine Oberfläche mit hohem Abtrag richtet die Schneide nicht bloß auf, sie schleift Material ab, der Winkel will an diesem Stahl also ebenso sauber gehalten werden wie am Stein.
Wie unterschiedlich Hersteller fast dieselbe Härteangabe bewerten, zeigt Kai: Für das Shun Classic gibt Kai Europe 61 (±1) HRC an und bezeichnet Wetzstähle wegen der hohen Härte der Kai-Messer als völlig ungeeignet. Dick empfiehlt dagegen einen eigenen Wetzstahl.
Auf dem Stein musst du den vorhandenen Schliffwinkel treffen. Für das DarkNitro ist keiner veröffentlicht. Dicks Werksschliff liegt markenweit bei 20 bis 30 Grad, je nach Serie, mit leicht gewölbtem Schneidenprofil, geprüft mit einem von Dick entwickelten Laser-Winkelmessgerät; ob die Zahl je Seite oder als Gesamtwinkel gemeint ist, sagt die Quelle nicht. Rechnerisch ergäbe das 10 bis 30 Grad je Seite. Zum Vergleich: Wüsthof gibt für Standardklingen des Classic 14 Grad je Seite an. Ein Winkel von 15 Grad je Seite ergibt eine dünnere Schneide als 20 Grad, sie ist schärfer und empfindlicher.
Schleifst du steiler als die vorhandene Fase, entsteht an der Kante eine zusätzliche, steilere Mini-Fase, und die Schneide wird stumpfer. Schleifst du flacher, musst du erst die ganze alte Fase abtragen, bis die neue die Kante erreicht. Ob dein Winkel passt, siehst du am Messer: Färbe die Fase mit einem Permanentmarker ein, zieh die Klinge ein- bis zweimal über den Stein und schau, wo der Stift abgetragen ist. Nur an der Kante blank heißt zu steil, nur am oberen Rand der Fase blank heißt zu flach.
Winkel und Körnung kannst du vorher im Schärf-Trainer durchspielen. Im Ratgeber Schleifwinkel findest du Winkelwerte nach Klingentyp, den Unterschied zwischen Aufrichten und Schleifen erklärt Wetzstahl oder Schleifstein.
Was Dick nicht angibt
In den Quellen, die wir auswerten konnten, fehlt Folgendes: Zur Schneide gehören Schliffart (ein- oder beidseitig), der Werksschliffwinkel des DarkNitro, die Klingenstärke in Millimetern, die Härtetoleranz, der Stickstoffgehalt des Stahls, Angaben zu Schnitthaltigkeit, Standzeit und Sprödigkeit sowie die Temperatur der Eishärtung, für die wir widersprüchliche Werte fanden. Zur Konstruktion gehören die Frage, ob der Erl durchgehend ist (die drei Nieten auf dem Foto sagen darüber nichts), ob die Klinge Kullen hat, Grifflänge, Griffbreite und Schwerpunkt, dazu die Art der anthrazitfarbenen Färbung und ob sie sich abnutzt. Das Datenblatt führt ein Feld „Klingenbreite“ mit 5,17 cm und ein Feld „Höhe“ mit 2,00 cm, ohne die Felder zu erklären; welches die Klingenhöhe von der Schneide bis zum Rücken ist, bleibt offen.
Offen sind außerdem Lieferumfang und Verpackung, eine Linkshandversion, die Herkunft des Namens „DarkNitro“, der genaue Fertigungsort („Made in Germany“ ist alles, was Dick schreibt), eine Pflegeanleitung und Verwendungshinweise allein für dieses Messer, eine Steinempfehlung über den Dick-Wetzstahl hinaus, die unverbindliche Preisempfehlung und der Preis des Wetzstahls. Fremdtests zum DarkNitro Kochmesser haben wir nicht gefunden.
Was kommt sonst infrage?
Drei Kochmesser aus unserem Katalog, die du gegen das DarkNitro abwägen wirst: der Vergleichssieger, ein Verbundmesser mit gleicher Härteangabe und ein teureres mit Räuchereiche-Griff.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| F. Dick DarkNitro Kochmesser 21 cm (dieses) | X62CrMnN14, 61 HRC laut Dick, Hammerschlag, Eichenholzgriff | ca. 169 € | 9,0 | du Holzgriff und Hammerschlag magst und gern von Hand pflegst |
| Wüsthof Classic Kochmesser 20 cm | X50CrMoV15, 58 HRC laut Wüsthof, Kunststoffgriff | ca. 95 € | 9,4 | du den Vergleichssieger der Kategorie willst und keinen Holzgriff ölen magst |
| Kai Shun Classic Kochmesser 20 cm | VG-MAX-Kern in 32 Lagen Damaststahl, 61 (±1) HRC laut Kai Europe | ca. 180 € | 9,1 | du eine Härteangabe mit Toleranz und 207 g statt 250 g willst |
| Fissler PrimeCut Kochmesser 20 cm | Räuchereiche-Griff wie beim DarkNitro, 20 cm Klinge | ca. 199 € | 9,0 | du ein Messer mit Räuchereiche-Griff suchst und knapp 30 € mehr ausgeben willst |
Die Preise sind Amazon-Richtwerte mit Stand Juli 2026, die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus den Daten und kein Messergebnis.
Wann dieses Messer passt und wann ein anderes
Die Schneidtechnik entscheidet über die Form. Die leicht bauchige Schneide erlaubt Wiegeschnitt wie Zug- und Druckschnitt. Wer Kräuter und Zwiebeln vor allem wiegt, bekommt hier die passende Form. Wer fast nur in geraden Zügen schneidet, wählt eher ein Santoku, aus derselben Serie das DarkNitro Santoku 18 cm (ca. 156 Euro, Stand Juli 2026, bei uns 9,1). Wann welche Form passt, erklärt der Ratgeber Santoku oder Kochmesser. Wer oft Knochen auslöst oder Tiefgekühltes zerlegt, braucht dafür ein anderes Werkzeug.
Dann die Maße. Die Klinge ist mit 21 cm einen Zentimeter länger als bei den drei Modellen der Tabelle, und 250 g laut Dick sind 43 g mehr als die 207 g, die Kai Europe für das Shun Classic angibt. Ein Zentimeter entscheidet wenig, Faustregeln zur Klingenlänge stehen im Ratgeber Kochmesser Größe; wichtiger ist ein Brett, das deutlich länger ist als die Klinge, damit beim Wiegen Platz bleibt.
Bei der Pflege entscheidet der Griff. Holz heißt Öl und Handwäsche. Wer kein Holz ölen will, nimmt das Wüsthof Classic mit Kunststoffgriff. Von Hand gespült wird aber auch dort: Wüsthof rät von der Spülmaschine ab, Kai schließt sie für das Shun Classic ausdrücklich aus.
Wer sich nicht mit einem Stein anfreunden mag, hat zwei Wege: Dicks Wetzstahl, den der Hersteller für diese Härte vorsieht, oder ein weicheres Messer wie das Wüsthof Classic, bei dem nach unserer Faustregel ein gewöhnlicher Wetzstahl genügt.
Zum Budget: Mit ca. 169 Euro (Stand Juli 2026) kostet das DarkNitro knapp 74 Euro mehr als das Wüsthof Classic mit ca. 95 Euro und knapp 11 Euro weniger als das Kai Shun Classic mit ca. 180 Euro. Dazu kommt ein Wetzstahl oder ein Schleifstein. Unsere Einschätzung: Wer vor allem ein gutes Kochmesser sucht, fährt mit dem Wüsthof günstiger. Das DarkNitro kauft, wer die veröffentlichte Härte und die Optik ausdrücklich will.
Für wen geeignet?
Die falsche Wahl ist das DarkNitro für alle, die vor allem nach Preis-Leistung kaufen. Unsere redaktionelle Einzelwertung dafür liegt bei 8,0, der niedrigsten der vier Einzelnoten dieses Messers.
Falsch ist es auch bei knappem Stauraum. Ein Messerblock braucht einen Schlitz für die 21 cm Klinge, eine Schublade mit Einsatz mehr als 33,4 cm Innenlänge, denn so lang ist das ganze Messer laut Dick.



