In deutschen Metzgereien fällt der Name Dick öfter als jede andere Klingenmarke – und das ErgoGrip-Ausbeinmesser zeigt, warum die Firma aus Deizisau dort seit Generationen so tief verwurzelt ist. Für keine 16 € bekommt man hier ein Werkzeug, das nicht nach Sparversion aussieht, sondern nach dem, was es ist: ein durchdachtes Profi-Messer zum ehrlichen Preis. Während andere Marken ihre Einsteigerserien sichtbar abspecken, bleibt bei F. Dick selbst am unteren Ende des Sortiments die grundsätzliche Funktionalität unangetastet.
Erster Eindruck: Ergonomie statt Understatement
Die schmale, flexible Klinge aus X50CrMoV15-Stahl ist bewusst unauffällig gehalten – kein Damast-Muster, keine polierte Oberfläche, sondern eine matte Arbeitsklinge, wie sie in Zerlegebetrieben täglich im Einsatz ist. Der eigentliche Clou liegt im ErgoGrip-Griff: Das Zweikomponentenmaterial kombiniert eine feste Kunststoffbasis mit einer griffigeren, leicht nachgiebigen Auflage, die auch nach Stunden am Zerlegetisch nicht in der Hand rutscht. Mit geschätzt 70 Gramm ist das Messer leicht genug, um repetitive Bewegungen über eine ganze Schicht durchzuhalten, ohne dass das Handgelenk vorzeitig ermüdet. Verarbeitungsmängel sind bei dieser etablierten Serie die Ausnahme, auch wenn die Optik klar auf Funktion statt Design setzt. Die Zwinge zwischen Klinge und Griff ist sauber verrundet, ohne Grat, an dem sich beim Zerlegen Sehnenreste festsetzen könnten – ein kleines Detail, das über eine ganze Schicht hinweg beim Reinigen spürbar Zeit spart.
Im Detail: Klingenflex und Führung an Gelenken und Sehnen
Die leicht gebogene, schmale Klinge folgt Gelenken und Sehnenverläufen mit spürbar wenig Widerstand – beim Auslösen einer Schweineschulter etwa schmiegt sich die Spitze an den Knochen, statt Fleisch grob abzutrennen. Die Flexibilität erlaubt kleine Korrekturen mitten im Schnitt, wenn sich ein Gelenk anders anfühlt, als die erste Bewegung vermuten ließ – ein Vorteil, den eine starre Klinge nicht bietet. Bei kräftigeren Hebelbewegungen an größeren Knochen, etwa beim Auslösen von Rinderkeulen, verlangt die weiche Flexibilität dagegen mehr Führungskontrolle als eine steifere Ausbeinmesser-Variante. Herstellerangaben zur exakten Härte macht F. Dick für diese Serie nicht öffentlich, in der Praxis zeigt sich aber eine Schnitthaltigkeit, die sich mit regelmäßigem Wetzstahl-Einsatz gut im Profitakt halten lässt. Gerade bei Geflügel, wo viele kleine Gelenke kurz hintereinander getroffen werden müssen, zahlt sich die Kombination aus geringem Gewicht und williger Klinge spürbar in der Schnittgeschwindigkeit aus.
Lohnt sich das günstige F. Dick gegenüber teureren Ausbeinmessern?
Ja, für die meisten Anwendungsfälle: Flexible Klinge, ergonomischer Griff und deutsche Profi-Fertigung zu einem Preis von knapp 16 € ergeben ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das viele teurere Ausbeinmesser nicht erreichen. Nur wer ausdrücklich maximale Klingensteifigkeit für schwere Knochenarbeit oder ein Vollerl-Design sucht, sollte mehr investieren. In der Kategorie Filetier- & Ausbeinmesser gehört das ErgoGrip damit zu den Modellen mit dem größten Abstand zwischen Preis und gebotener Funktion.
Pflege und Schärfen im Metzgerei-Alltag
Handwäsche direkt nach Gebrauch ist Pflicht, die Spülmaschine tabu – nicht nur wegen der Klinge, sondern weil Reinigerchemie den ErgoGrip-Griff auf Dauer angreifen kann. Im Profialltag wird mehrmals täglich am Wetzstahl nachgezogen, meist vor jeder neuen Teilaufgabe; für die Grundschärfe reicht ein 1000er-Wasserstein, gefolgt von einem feineren Stein zum Polieren. Wer den passenden Winkel für die schmale, flexible Klinge erst finden muss, kann das risikofrei im Schärf-Trainer üben, bevor die eigene Klinge drankommt.
Für wen geeignet?
Das F. Dick ErgoGrip Ausbeinmesser ist die richtige Wahl für alle, die ein günstiges, professionelles Werkzeug für Geflügel, Schwein oder den gemischten Fleisch-Alltag suchen und Wert auf ergonomischen Griffkomfort legen. Wer maximale Klingensteifigkeit für schwere Rinderknochen-Arbeit oder ein Vollerl-Design will, sollte zusätzlich eine robustere Variante in Betracht ziehen. Für den Alltag in Metzgerei, Gastronomie oder Hobbyküche bleibt dieses Messer eine der günstigsten seriösen Empfehlungen der gesamten Kategorie.
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