Orangefarbene Scheren kennt fast jeder aus dem Bastelschrank – dass Fiskars, gegründet 1649 als Eisenhütte im gleichnamigen finnischen Dorf, auch Küchenmesser mit FSC-zertifiziertem Griffholz baut, wissen deutlich weniger. Das Folken Santoku-Messer bringt genau diese Kombination aus jahrhundertealter Handwerkstradition und modernem Nachhaltigkeitsanspruch auf das Schneidbrett. Für ein Unternehmen, das seinen Ursprung in einer Eisenhütte des 17. Jahrhunderts hat, ist der Sprung zu FSC-zertifiziertem Griffholz eine konsequente Weiterentwicklung des eigenen Materialverständnisses, nicht nur ein Marketing-Aufsatz.
Klinge und Griff: Nachhaltigkeit, die man anfassen kann
Der Griff aus FSC-zertifiziertem Ahornholz fällt sofort ins Auge – eine warme, helle Maserung, die sich deutlich von den dunklen Pakkaholz- oder schwarzen Kunststoffgriffen vieler Konkurrenten dieser Liste abhebt. Verarbeitet ist der Übergang zur 16-cm-Klinge sauber und fugenarm, die Nietung liegt bündig im Holz, und die drei sichtbaren Vernietungen zeigen keine scharfen Kanten, die bei langer Nutzung stören könnten. Mit ihrer kompakten Länge liegt die Klinge besonders ausbalanciert in der Hand – ein Vorteil für alle, die viel filigrane Schnittarbeit leisten, aber auch ein bewusster Kompromiss gegenüber den längeren 18-cm-Modellen in diesem Vergleich, die mehr Fläche pro Schnitt bieten.
Im Detail: Deutscher Stahl aus finnischer Fertigung
Fiskars gibt für die Folken-Serie deutschen Klingenstahl an, ohne eine konkrete Werkstoffnummer oder HRC-Zahl zu nennen. Das Schnittverhalten passt zu einem soliden, mittelharten Chromstahl: Zwiebeln, Kräuter und die meisten Gemüsesorten lassen sich sauber und ohne großen Kraftaufwand portionieren. Bei festerem Schnittgut wie Kürbis zeigt die kompakte Klinge ihre Grenzen eher in der Fläche als in der Schärfe – für kleinere Portionen und den alltäglichen Zuschnitt reicht sie aber vollkommen aus. Nach mehreren Wochen regelmäßiger Nutzung bleibt die Schneide angenehm konstant, was für eine solide, wenn auch nicht dokumentierte Härte spricht. Für den täglichen Zwiebel- und Kräuterschnitt reicht diese Konstanz erfahrungsgemäß mehrere Wochen aus, bevor ein Nachschärfen überhaupt nötig wird.
Lohnt sich die kürzere 16-cm-Klinge im Alltag?
Für die meisten Küchenaufgaben ja: Zwiebeln, Kräuter, Fleischportionen und die üblichen Gemüsesorten lassen sich problemlos verarbeiten. Nur bei großen Mengen, etwa beim Zerkleinern eines ganzen Kohlkopfs, macht sich die geringere Klingenfläche gegenüber 18-cm-Modellen als zusätzlicher Arbeitsschritt bemerkbar.
Pflege und Schärfen: Holz will Aufmerksamkeit
Der Ahornholzgriff verlangt mehr Zuwendung als Kunststoff: von Hand spülen, sofort trocknen, gelegentlich mit lebensmittelechtem Öl einreiben. Zum Nachschärfen der Klinge reicht ein Schleifstein mit 1000er Körnung für die Grundschärfe; da keine HRC-Zahl bekannt ist, bleibt auch ein klassischer Wetzstahl zum Ausrichten zwischen den Schärfgängen eine unbedenkliche Option. Wer regelmäßig nachschärft, sollte den Winkel dabei möglichst konstant halten, damit die feine Werksschärfe über Jahre erhalten bleibt. Wer sich unsicher ist, welche Körnung zur eigenen Klinge passt, findet im Messer-Finder eine erste Orientierung, bevor die Klinge zum ersten Mal auf den Stein trifft.
Für wen geeignet?
Das Fiskars Folken Santoku eignet sich für alle, die Nachhaltigkeit beim Griffmaterial als echtes Kaufkriterium gewichten und mit einer kompakteren Klingenlänge gut zurechtkommen. Wer maximale Schnittfläche für große Gemüsemengen braucht, findet in unserem Santokumesser-Vergleich mehrere 18-cm-Alternativen. Für alle, die ein optisch warmes, ehrlich hergestelltes Messer für den täglichen Gebrauch suchen, ist das Folken eine ungewöhnlich runde Kombination aus Tradition und Nachhaltigkeit. Auch als Geschenk für umweltbewusste Hobbyköche oder als Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Fiskars-Küchenausstattung fügt sich das Folken stimmig ins Sortiment ein. Wer beim Küchenkauf grundsätzlich auf zertifizierte Materialien achtet, findet in dieser Kategorie kaum eine vergleichbar konsequente Umsetzung dieses Anspruchs.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Santokumesser-Vergleich.



