Graef ist in deutschen Küchen vor allem für Allesschneider bekannt – mit dem CX125 zeigt der Sauerländer Hersteller, dass er auch beim Messerschärfen mitreden will. Statt eines einzelnen Schärfschlitzes bekommt der Nutzer hier gleich drei aufeinanderfolgende Arbeitsstationen in einem Gehäuse, elektrisch angetrieben und auf einen einheitlichen Winkel abgestimmt.
Verarbeitung: Kompaktes Elektrogerät mit drei Arbeitsstationen
Mit Maßen von 250 × 112 × 110 mm und rund 2 kg Gewicht steht der CX125 stabil auf der Arbeitsfläche, ohne beim Schärfen zu wandern. Das Kunststoffgehäuse wirkt für ein Gerät dieser Preisklasse solide verarbeitet, die drei Führungsschlitze sind sauber voneinander abgesetzt und farblich unterschieden, sodass auch ungeübte Nutzer nicht versehentlich in der falschen Reihenfolge schärfen. Der 75-Watt-Motor läuft angenehm leise an und zieht die Klinge spürbar zügig durch die Scheiben, ohne dass merklicher Druck von Hand nötig wäre – ein Unterschied zu manuellen Systemen, der sich vor allem bei mehreren Messern hintereinander bemerkbar macht. Ein kompletter Durchgang durch alle drei Phasen dauert pro Klinge selten länger als eine Minute, was den CX125 gerade für Haushalte mit mehreren regelmäßig genutzten Kochmessern im Alltag praktisch macht.
Im Detail: Was in den drei Phasen tatsächlich passiert
Phase eins arbeitet mit einer gröberen Diamantscheibe und baut bei stumpfen oder leicht beschädigten Klingen eine neue Kante auf. Phase zwei wiederholt das mit feinerer Diamantkörnung und verfeinert die entstandene Facette. Phase drei ersetzt schließlich den klassischen Wetzstahl: Eine Keramikscheibe poliert die Kante und entfernt den feinen Schneidgrat, der nach jedem Schleifvorgang zurückbleibt. Der gesamte Prozess läuft bei einem konstanten 15°-Winkel pro Seite ab – ein Wert, der bewusst zwischen dem robusteren europäischen Standard und dem feineren japanischen Anschliff liegt und dadurch für beide Klingentypen brauchbare Ergebnisse liefert, ohne bei einer Seite zu kompromittieren. Wer genau hinhört, bemerkt beim Übergang von Phase eins zu Phase zwei, wie sich das Schleifgeräusch von einem groben Kratzen zu einem feineren Surren wandelt – ein einfacher, aber verlässlicher Hinweis darauf, dass die Kante bereits Form annimmt und die zweite Diamantstufe nur noch verfeinert statt neu aufzubauen.
Wie viel Stahl kostet ein Durchgang durch den CX125?
Mehr als beim Wetzen, aber kontrolliert und gleichmäßig. Die Diamantscheiben entfernen bei jedem Durchzug eine dünne, aber messbare Materialschicht – notwendig, um wirklich neue Schärfe statt nur aufgerichteter alter Kante zu erzeugen.
Für den gelegentlichen Einsatz, etwa alle paar Wochen, ist dieser Abtrag unproblematisch und der Klinge nicht anzumerken. Wer täglich zum CX125 statt zum Wetzstahl greift, verkürzt die Lebensdauer dünn geschliffener Premium-Klingen auf Dauer spürbar – hier lohnt sich die Kombination mit einem Wetzstahl für die Tage dazwischen.
Pflege und Einsatzgrenzen
Das Gehäuse lässt sich trocken oder leicht feucht abwischen, die Führungsschlitze sollten regelmäßig von Metallstaub befreit werden, damit die Scheiben frei laufen. Wichtig ist, den CX125 als vollständiges Schärfprogramm zu verstehen und nicht wie einen Wetzstahl täglich einzusetzen – wer unsicher ist, wie oft welches Werkzeug sinnvoll ist, findet im Schärf-Trainer eine Orientierung nach Klingentyp und Nutzungshäufigkeit. Bei stark gewellten Brotmessern übernimmt die Abziehphase nur die Auffrischung, keinen vollständigen Neuschliff der Wellen.
Für wen geeignet?
Der Graef CX125 eignet sich für alle, die ein komplettes, elektrisches Schärfprogramm ohne manuelle Winkelkontrolle wollen und regelmäßig sowohl europäische als auch asiatische Klingen im Einsatz haben. In unserem Vergleich der Wetzstähle & Messerschärfer ist er die Premium-Wahl unter den Elektrogeräten. Wer seltener schärft oder nur gerade Klingen besitzt, kommt mit einem Rollschärfer oder einfachen Wetzstahl günstiger und materialschonender zum gleichen Ziel.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Messerschärfer-Vergleich.



