Fünf Klingen für unter 55 Euro und dazu ein Santoku, das in vielen ähnlich günstigen Sets fehlt – Gustrug positioniert sich bewusst als Mittelklasse-Einstieg mit einer durchdachteren Auswahl statt der üblichen Duplikat-Bestückung.
Erster Eindruck: Fünf Klingen für den Küchenalltag
Im Set enthalten sind ein rund 20 cm langes Kochmesser, ein 17-cm-Santoku, ein Officemesser, ein Schälmesser und ein Brotmesser mit Wellenschliff – eine Zusammenstellung, die tatsächlich fünf unterschiedliche Aufgaben abdeckt, statt mehrere ähnlich große Allroundmesser zu bündeln. Geliefert wird das Set in einer Geschenkbox, die es auch ohne Zusatzaufwand präsentabel macht. Die Verarbeitung ist für die Preisklasse solide: saubere Übergänge zwischen Klinge und Griff, ein gleichmäßiger Werksschliff, ohne dass Grate oder scharfe Kanten auffallen. Die Griffe aller fünf Messer sind einheitlich gestaltet, sodass sich das Handling zwischen den einzelnen Klingen kaum unterscheidet – ein Vorteil gegenüber Sets, bei denen jedes Teil aus einer anderen Fertigungscharge zu stammen scheint. Auch die Klingenlängen sind untereinander sinnvoll abgestuft, sodass für jede Aufgabe tatsächlich die passende Größe zur Hand ist, statt mehrfach ähnlich dimensionierte Messer zu verdoppeln.
Im Detail: Das Santoku als Pluspunkt der Zusammenstellung
Bei 54,73 € für fünf Messer liegt der Preis pro Klinge bei rund 10,95 € – ein niedriger Wert, bei dem viele Konkurrenzsets auf zwei bis drei fast identische Allroundmesser setzen, um die Stückzahl zu füllen. Gustrug entscheidet sich stattdessen für ein echtes Santoku, das speziell für flaches, präzises Gemüseschneiden ausgelegt ist und die Klingenauswahl damit spürbar sinnvoller macht. Im Schnittverhalten zeigt sich ein für diese Preisklasse erwartbares Bild: Tomaten und Zwiebeln lassen sich mit dem Kochmesser wie dem Santoku sauber trennen, bei festerem Wurzelgemüse braucht es etwas mehr Kraftaufwand als bei einer dokumentiert gehärteten Markenklinge. Der Hersteller macht zur genauen Stahlsorte keine Angabe, was für ein Set dieser Preisklasse üblich ist.
Lohnt sich Gustrug gegenüber noch günstigeren Fünferset-Angeboten?
Wenn dir die Klingenvielfalt wichtiger ist als der absolute Tiefstpreis, ja: Die Kombination aus Santoku, separatem Brotmesser und drei Allroundklingen deckt mehr unterschiedliche Küchenaufgaben ab als Sets, die aus Kostengründen mehrere nahezu identische Messer bündeln. Gerade für Haushalte, die zum ersten Mal ein eigenes Set zusammenstellen, zahlt sich diese durchdachtere Auswahl im Alltag spürbar mehr aus als ein rein niedrigerer Startpreis. Wer ausschließlich auf den niedrigsten Preis pro Teil schaut, findet knapp darunter zwar noch günstigere Angebote, meist aber mit weniger durchdachter Klingenauswahl.
Pflege und Schärfen
Ohne dokumentierte Härteangabe ist der vorsichtige Weg der sichere: ein Keramikstab zum Aufrichten zwischen den Schärfgängen statt eines klassischen Stahl-Wetzstahls, ein Wasserstein ab 1000er Körnung für die Grundschärfe alle paar Monate. Ein Wetzstahl liegt dem Set nicht bei, lässt sich aber problemlos separat ergänzen. Wie sich Winkel und Körnung im Zusammenspiel auswirken, lässt sich vorab im Schärf-Trainer risikofrei und ganz ohne Zeitdruck üben. Spülmaschine bleibt für alle fünf Klingen tabu, Handwäsche mit sofortigem Abtrocknen erhält die Schärfe spürbar länger.
Für wen geeignet?
Das Gustrug Messerset eignet sich für alle, die innerhalb der Messersets-Kategorie eine kompakte Grundausstattung mit echtem Santoku statt eines weiteren Allroundmessers suchen – etwa für den ersten eigenen Hausstand oder als unkompliziertes Geschenk. Wer dokumentierte Stahlangaben oder ein komplettes Blockset mit Wetzstahl erwartet, sollte in diesem Vergleich höherpreisige Alternativen ansehen. Für den preisbewussten Küchenalltag mit sinnvoller Klingenvielfalt ist es eine faire Wahl, insbesondere weil sich fünf spürbar unterschiedliche Aufgabenbereiche statt mehrfach derselben Klingenform im Karton finden.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Messersets.



