Sieben Teile laut Katalog, vier davon Messer
Amazon führt das Set unter dem Titel „ZWILLING Professional S Messerblock mit Messer 7-teilig, Rostfreier Spezialstahl, Made in Germany, Holz“. Zusammen mit dem Produktfoto ist das die Grundlage dieser Fassung. Die Produktseite von Zwilling konnten wir für die Überarbeitung nicht auswerten, Datenblatt und Pflegeanleitung zum Set lagen uns also nicht vor. Wo wir trotzdem etwas einordnen, steht dabei, ob es unsere Einschätzung oder allgemeines Fachwissen ist.
Bei Amazon kostete das Set ca. 173 Euro (Stand Juli 2026). Unter den sieben Sets unserer Kategorie Messersets, die laut Produktname mit Block kommen, ist nur der Victorinox-Block teurer. Die beiden anderen Siebenteiler dort, von D.Perlla und Waldwerk, kosten ca. 40 und ca. 60 Euro und bringen laut Produktname eine Schärffunktion im Block mit. Beim Zwilling steckt ein separates Teil in Wetzstahl-Form im Holz, dazu eine Küchenschere.
In unserem Vergleich hat der Zwilling-Block die höchste Gesamtwertung der Kategorie und trägt deshalb das Siegel Vergleichssieger.
Was das Produktfoto zeigt
Vier Messer stecken oben im Block, alle mit schwarzem Griff gleicher Bauart, die zwei hinteren größer als die zwei vorderen. Jeder Griff trägt drei runde Metallnieten in einer Reihe. Am Griffrücken und um das Griffende läuft bei allen vier ein schmaler Metallstreifen zwischen den Griffschalen entlang, und zwischen Griff und Blockschlitz ist jeweils ein kurzer metallener Abschnitt zu sehen. Die Klingen selbst stecken im Holz.
Belegen kann ein Foto von 500 mal 500 Pixeln keine Bauweise, das Bild passt aber zu einem Griff, bei dem zwei Schalen links und rechts auf eine Metallzunge genietet sind, den Erl. Für drei Einzelmesser derselben Serie, Santoku, Filiermesser und Schälmesser, nennen die Amazon-Katalogtitel „Kunststoff-Griff mit Nieten, Schwarz“.
Links im Block sitzt ein fünftes Teil: runder schwarzer Griff ohne Nieten, eine Öse am Ende, zum Block hin ein verbreiterter Abschluss. Das ist die Form eines Wetzstahls mit Handschutz. Der Stab selbst steckt verdeckt im Block, deshalb heißt das Teil in diesem Text Ösenteil.
Die Küchenschere mit schwarzen Griffen hat einen eigenen Schlitz auf der vorderen Stufe. Der Block ist nach hinten geneigt und vorn abgestuft: oben die Schlitze für fünf Teile, davor die Stufe mit der Schere, und auf der unteren Front eine kleine dunkle Plakette mit dem Zwilling-Logo, den zwei Figuren. Die Oberfläche ist helles Holz mit feiner Längsstreifung, im Katalogtitel steht schlicht „Holz“.
Klinge und Stahl: was belegt ist und was offen bleibt
Die einzige Materialangabe zu den Klingen ist „Rostfreier Spezialstahl“ aus dem Katalogtitel. Eine Normbezeichnung ist „Spezialstahl“ nicht. In Europa tragen Stähle nach EN 10027 Kurznamen wie X50CrMoV15 oder Werkstoffnummern wie 1.4116; beides meint denselben Stahl, der bei deutschen Küchenmessern verbreitet ist, mit rund 0,5 Prozent Kohlenstoff und 14 bis 15 Prozent Chrom. Rostfrei wird ein Stahl, wenn genug Chrom gelöst ist, um an der Oberfläche eine dünne Passivschicht zu bilden, die Untergrenze liegt bei etwa 10,5 Prozent. Unverwüstlich macht ihn das nicht. Salz und Säure, die lange auf der Klinge stehen, hinterlassen auch auf rostfreiem Messerstahl Flecken, im schlimmsten Fall kleine Rostnarben.
Ob die Klingen dieses Sets aus X50CrMoV15 bestehen oder aus einem anderen Stahl, lässt der Titel offen, und das ist nur der Anfang der Liste. Unbelegt sind in unseren Quellen außerdem: welche vier Messertypen im Block stecken und wie lang ihre Klingen sind, die Härte in HRC, ob die Klingen eisgehärtet wurden, ein- oder beidseitiger Schliff und der Schliffwinkel, ob geschmiedet oder gestanzt, Erl und Kropf, Gewicht und Gesamtlänge. Beim Block fehlen Holzart, Maße und Gewicht, beim Ösenteil Länge, Material und Oberfläche, bei der Schere die Bauart und ob sie sich zerlegen lässt. Dazu kommen Spülmaschineneignung, Garantie, eine Artikelnummer von Zwilling und ein Fertigungsort, der genauer wäre als „Made in Germany“. Ob Stiftung Warentest oder Öko-Test das Set untersucht haben, konnten wir nicht prüfen.
Frühere Fassungen dieser Seite nannten für vieles davon konkrete Werte, darunter Messertypen samt einer Klingenlänge, eine Härte, ein Härteverfahren, einen Schliffwinkel und Solingen als Fertigungsort. Belegen ließ sich davon für diese Fassung nichts, deshalb stehen diese Angaben hier nicht mehr. Falsch müssen sie deshalb nicht gewesen sein, wir konnten sie nur an keiner Herstellerquelle nachlesen.
Im Detail: Was ein Wetzstahl kann und was nicht
Die Schneide eines Messers ist die Linie, an der zwei geschliffene Flanken zusammenlaufen. Beim Arbeiten auf dem Brett biegt sie sich stellenweise zur Seite um, bei weicherem Stahl eher als bei hartem. Das Messer wirkt dann stumpf, obwohl kaum Material fehlt. Die Kante steht nur schief.
Genau dafür ist ein Wetzstahl da. Ein glatter oder fein gerillter Stahl richtet die umgelegte Kante wieder auf und trägt dabei kaum etwas ab. Stäbe mit Diamant- oder Keramikbelag schleifen zusätzlich ein wenig und liegen damit zwischen Wetzstahl und Stein. Ist die Kante dagegen verrundet oder ausgebrochen, hilft Richten nicht mehr. Dann muss Material herunter, bis die Flanken wieder in einer feinen Linie zusammentreffen, und das schafft nur ein Schleifstein oder ein Schleifdienst. Schärfgeräte mit Schleifscheiben arbeiten nach demselben Prinzip.
Wie gut ein Stahl auf den Wetzstahl anspricht, hängt an seiner Härte. Weichere Messerstähle um 56 bis 58 HRC biegen sich um und lassen sich zurückbiegen, in diesem Bereich ist der Wetzstahl das passende Werkzeug für zwischendurch. Harte Stähle ab etwa 60 HRC verbiegen weniger und brechen eher in winzigen Stücken aus, ein gerillter Stahl kann das noch fördern. Für sie sind ein Keramikstab oder gleich der Stein die bessere Wahl. Deshalb lohnt der Blick auf die Härteangabe, bevor du dich beim Zwilling-Block allein auf das Ösenteil verlässt. Wie du am Wetzstahl Winkel und Zugrichtung hältst, zeigt unser Ratgeber Wetzstahl benutzen.
Lohnt sich der Block, wenn du nur zwei Messer brauchst?
Nur, wenn du Schere und Block ohnehin haben willst. Das Professional S Kochmesser 20 cm kostet ca. 53 Euro, das Professional S Santoku 18 cm ca. 80 Euro (beide Stand Juli 2026). Zusammen sind das 133,46 Euro und damit 39,64 Euro weniger als der Block.
Für die Differenz bekommst du im Block zwei weitere Messer, die Schere, das Ösenteil und den Block selbst. Die Rechnung hängt daran, ob unter den vier Messern ein Kochmesser 20 cm oder ein Santoku steckt. Steckt im Block ein Kochmesser, das du sowieso kaufen würdest, und fehlen dir Schere und ein Platz für die Messer, spricht aus unserer Sicht viel für den Block. Willst du eigentlich ein Santoku und findest keines im Lieferumfang, kaufst du doppelt: erst den Block, dann das Santoku einzeln.
Die Grundsatzfrage Set gegen Einzelkauf behandelt der Ratgeber Messerset oder Einzelmesser, samt der Reihenfolge, in der du eine Ausstattung nach und nach erweiterst.
Drei Alternativen aus unserem Katalog
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Zwilling Professional S Messerblock 7-teilig (dieses) | vier Messer, Schere und Teil in Wetzstahl-Form im Holzblock (Foto) | ca. 173 € | 9,3 | du Messer, Schere und Aufbewahrung in einem Kauf willst |
| Victorinox Swiss Classic Messerblock 11-teilig | 11 Teile, darunter vier Steakmesser | ca. 214 € | 8,7 | bei dir oft Steak auf den Tisch kommt |
| Wüsthof Classic Ikon Messersatz 3-teilig | drei Messer, kein Block, keine Schere | ca. 284 € | 9,1 | du schon eine Messerleiste hast und nur Messer kaufen willst |
| Tefal Jamie Oliver Messerset 5-teilig inkl. Block | Santoku dabei, Akazienholz-Block, keine Schere | ca. 89 € | 8,3 | dein Budget unter 90 Euro liegt |
Die Preise sind Amazon-Richtwerte mit Stand Juli 2026 und können sich seitdem geändert haben. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung, kein Messergebnis.
Wann dieser Block, wann ein anderer
Die erste Frage ist, wo die Messer wohnen sollen. Hast du schon eine Magnetleiste oder einen Schubladeneinsatz, bezahlst du beim Zwilling den Block mit, ohne ihn zu brauchen. Dann kommt ein Satz ohne Block infrage, etwa der Wüsthof Classic Ikon. Er kostet allerdings 110,90 Euro mehr als der Zwilling-Block, du tauschst also Block, Schere und Ösenteil gegen einen höheren Preis für ein Messer weniger. Das lohnt sich aus unserer Sicht nur, wenn du genau diese drei Wüsthof-Messer willst.
Zweitens die Schneidtechnik. Ein Kochmesser mit gebogener Schneide eignet sich für den Wiegeschnitt, bei dem die Spitze auf dem Brett bleibt und die Klinge darüber abrollt. Ein Santoku hat eine flachere Schneide und ist für Drücken und Ziehen gebaut, gerade bei Gemüse. Wer sicher ein Santoku im Block haben will, findet es beim Tefal Jamie Oliver laut Katalogtitel in der Teileliste, und das für 84,26 Euro weniger. Schere und Wetzstahl stehen dort allerdings nicht dabei.
Drittens die Pflege der Schneide. Mit dem Ösenteil hast du, sofern es ein Wetzstahl ist, Werkzeug zum Richten im Block. Für den Grundschliff brauchst du trotzdem einen Stein oder einen Schleifdienst, und das gehört von Anfang an ins Budget. Wer seine Messer nie selbst schärfen will, gibt sie in größeren Abständen zum Schleifdienst; dann zählt ein Dienst in der Nähe mehr als die Frage nach dem Stahl.
Viertens der Platz. Auf dem Foto ragen die Griffe weit über den Block hinaus, und der Block steht schräg. Unter tief hängenden Oberschränken kann das eng werden. Miss den Abstand zwischen Arbeitsplatte und Schrank und frag im Zweifel beim Händler oder bei Zwilling nach der Gesamthöhe mit eingesteckten Messern.
Pflege, Spülmaschine, Nachschärfen
Wir raten: Messer von Hand spülen, direkt nach dem Gebrauch, und gleich abtrocknen.
Beim Holzblock kommt es genau auf dieses Abtrocknen an. Ein Messer, das nass in den Schlitz geht, lässt Wasser im Holz zurück, und in einem engen Schlitz trocknet es langsam. Unten im Block sammeln sich außerdem Krümel. Wir würden ihn ab und zu kopfüber über dem Spülbecken ausklopfen, die Schlitze mit einer langen, dünnen Flaschenbürste trocken ausbürsten und das Holz außen nur feucht abwischen. Die Schere will nach rohem Geflügel oder Fisch gründlich gereinigt werden, vor allem am Gelenk, wo sich Reste festsetzen.
Ein Wetzstahl ist für zwischendurch da, der Stein für den Grundschliff. Am Stein übernimmst du am besten den Winkel, den die Schneide schon hat. Ein einfacher Weg dahin: Male die Fase mit einem wasserfesten Filzstift an, mach einen Zug über den Stein und sieh nach, wo die Farbe verschwunden ist. Fehlt sie nur direkt an der Schneide, hältst du die Klinge zu steil; fehlt sie nur am hinteren Rand der Fase, zu flach. Körnung und Winkel zum Üben stehen im Schärf-Trainer.
Für wen geeignet?
Allein ist der Block die falsche Wahl für Gastgeber, die zum Steak jedem Gast ein eigenes Messer hinlegen wollen: Im Block stecken vier Messer, und die gehören aus unserer Sicht in die Küche. Auf dem Teller trifft die Schneide auf Porzellan, und das macht eine dünne Kante schneller stumpf als ein Brett aus Holz oder Kunststoff. Laut Amazon-Katalogtitel gibt es in der Professional-S-Serie für den Tisch ein Steakmesser-Set 4-teilig mit 12 cm Klingenlänge, das du dazukaufen könntest.



