Fünf Küchenmesser für weniger Geld als eine Pizza Margherita beim Lieferdienst – das MasterChef Messerset ist in diesem Vergleich der klare Preisanker. Wer wissen will, wie viel Messer man für 15 Euro überhaupt bekommt, findet hier eine ziemlich ehrliche Antwort.
Erster Eindruck: Fünf Messer, ein Karton
Im Set stecken ein Kochmesser, ein Santoku, ein Ausbeinmesser, ein Schälmesser und ein Brotmesser mit Wellenschliff – die klassische Fünferkombination, mit der viele Einsteigersets seit Jahren werben. Die Klingen sind sichtbar dünn ausgeschliffen, die Kunststoffgriffe funktional, aber ohne jede Formgebung für einen sicheren Halt bei feuchten Händen. Ein Block fehlt komplett; die Messer kommen einzeln verpackt und wandern danach direkt in Schublade oder Messerblock, falls einer vorhanden ist. Zur genauen Stahlsorte oder Härte äußert sich der Hersteller nicht, was bei diesem Preis wenig überrascht, aber die Kaufentscheidung auf Vertrauen statt Datenblatt stützt.
Im Detail: Braucht man wirklich fünf verschiedene Messer?
In der Praxis zeigt sich schnell, dass zwei der fünf Klingen den Löwenanteil der Arbeit übernehmen: Kochmesser und Schälmesser landen täglich auf dem Brett, Santoku und Ausbeinmesser eher bei Bedarf. Das Brotmesser mit feinem Wellenschliff schneidet frische Brötchen noch akzeptabel, quetscht bei krustigem Vollkornbrot aber merklich mehr, als es ein längeres, gröber gezahntes Modell täte. Bei 14,99 € für alle fünf Teile liegt der Preis pro Messer bei rund 3 € – ein Wert, den kein anderes Set in diesem Vergleich unterbietet. Wer nur ein einzelnes gutes Kochmesser braucht, zahlt für ein Modell ab 30 € zwar das Zehnfache pro Teil, bekommt dafür aber spürbar mehr Schnitthaltigkeit für die Aufgabe, die er tatsächlich täglich erledigt.
Hält die Schärfe mehr als ein paar Wochen durch?
Nicht sehr lange: Der weich gehaltene Edelstahl schneidet frisch aus der Packung noch ordentlich durch Tomaten und Zwiebeln, verliert die Kante bei regelmäßigem Gebrauch aber merklich schneller als Klingen mit dokumentierter Härte. Wer das Set täglich einsetzt, sollte spätestens nach zwei bis drei Wochen mit dem Schleifstein nachhelfen. Für sporadischen Einsatz reicht die Werksschärfe deutlich länger, weil weniger Schnittzyklen die Kante beanspruchen. Der fehlende Kullenschliff oder eine besondere Klingengeometrie bedeuten zudem, dass klebriges Schnittgut wie Kürbis oder gekochte Kartoffeln gelegentlich an der Flanke haften bleibt – ein Kompromiss, den man bei diesem Preis mit einkalkulieren muss.
Pflege und Schärfen: Ohne Zubehör im Lieferumfang
Weder Wetzstahl noch Schleifstein liegen bei, was bei einem 15-Euro-Set kaum verwundert. Da die Klingen unterhalb harter Spezialstähle bleiben, spricht nichts gegen einen klassischen Wetzstahl zum Zwischenschärfen; für die Grundschärfe braucht es trotzdem einen Schleifstein mit 1000er Körnung. Wie du Winkel und Körnung richtig kombinierst, kannst du gefahrlos im Schärf-Trainer üben, bevor du an den eigentlichen Klingen ansetzt. Handwäsche und sofortiges Abtrocknen verlängern die Lebensdauer der einfachen Griffschalen zusätzlich, weil Feuchtigkeit an den Nieten sonst schneller angreift als bei hochwertiger verarbeiteten Sets.
Für wen geeignet?
Das MasterChef Messerset eignet sich für alle, die eine komplette Grundausstattung an Messersets zum kleinstmöglichen Preis suchen – etwa für die erste eigene Wohnung, die Ferienwohnung oder als Camping-Ausrüstung, bei der ein Verlust nicht schmerzt. Wer täglich kocht, viel Fleisch verarbeitet oder Wert auf lange Schnitthaltigkeit legt, wächst dem weichen Stahl innerhalb weniger Wochen spürbar heraus und ist mit einem einzelnen Markenmesser ab 30 € langfristig günstiger unterwegs. Als ehrlicher Preisanker in diesem Vergleich erfüllt es genau die Rolle, für die es gedacht ist: zeigen, was am unteren Ende der Preisskala realistisch möglich ist.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Messersets.



