Nach der preisbewussten Basic Line hat Rösle mit Artesano eine zweite, deutlich hochwertigere Kochmesser-Serie im Sortiment – erkennbar auf den ersten Blick am Griff aus echtem Olivenholz statt schlichtem Kunststoff. Damit positioniert sich die Marke, die viele vor allem von Küchenwerkzeugen und Grillzubehör kennen, auch im Premiumsegment für Kochmesser und tritt damit in direkte Konkurrenz zu etablierten Solinger Namen.
Olivenholz statt Kunststoff: die Artesano-Aufwertung
Der auffälligste Unterschied zur Basic Line sitzt am Griff: Statt des funktionalen Kunststoffgriffs trägt das Artesano einen Griff aus echtem Olivenholz, dessen Maserung von Exemplar zu Exemplar variiert. Die Vollerl-Konstruktion mit sichtbaren Nieten wirkt spürbar hochwertiger, und auch die Balance zwischen Klinge und Griff ist deutlich ausgewogener austariert als beim Einsteigermodell derselben Marke. Verarbeitungsfehler sucht man vergeblich: Die Übergänge sind sauber, das Holz ist glatt verschliffen und läuft ohne scharfe Kanten in die Klinge über. Auch das Gewicht der Klinge ist spürbar besser auf den Griff abgestimmt als bei der Basic Line: Statt einer leicht grifflastigen Führung liegt der Schwerpunkt zentrierter über der Hand, was gerade bei präzisen Schnitten mehr Kontrolle gibt.
Im Detail: Feinschliff und Schnittverhalten im Alltag
Mit rund 15° pro Seite ist die Klinge fein ausgeschliffen und zeigt sich bei Tomaten und Zwiebeln von ihrer besten Seite: sauberer Schnitt ohne Druck, gleichmäßig dünne Scheiben. Bei Fleisch mit Sehnen arbeitet die Klinge kontrolliert, ohne schnell stumpf zu werden. Die Schnitthaltigkeit liegt spürbar über der Basic Line, auch wenn Rösle keinen konkreten HRC-Wert kommuniziert – im direkten Vergleich beider Serien merkt man den Unterschied vor allem bei intensiverer, täglicher Nutzung. Bei Kräutern und weichem Obst bleibt die Schnittkante angenehm sauber, ohne dass die Zellstruktur unter der Klinge zerdrückt wird – ein Effekt, den die feine Wate ab Werk begünstigt.
Lohnt sich der Sprung von der Basic Line zur Artesano-Serie?
Für alle, die ihr Kochmesser täglich nutzen und Wert auf Balance sowie einen wertigen Griff legen, ja. Der Olivenholzgriff macht das Messer nicht nur optisch, sondern auch haptisch zu einem anderen Erlebnis als der schlichte Kunststoffgriff der Basic Line. Wer primär auf den Preis schaut und Pflegeaufwand minimieren möchte, ist mit der günstigeren, pflegeleichteren Basic Line weiterhin gut bedient. Wer schon einmal beide Serien direkt nacheinander in der Hand hatte, berichtet oft, dass sich der Unterschied nach kurzer Eingewöhnung so deutlich anfühlt, dass ein Zurückwechseln zur Basic Line schwerfällt.
Ölen und Schärfen: was der Olivenholzgriff braucht
Handwäsche ist bei diesem Griffmaterial nicht verhandelbar: Feuchtigkeit und Spülmaschinenhitze lassen Olivenholz quellen und reißen. Nach dem Abtrocknen sollte der Griff gelegentlich mit einem lebensmittelechten Öl behandelt werden, damit er nicht austrocknet. Zum Nachschärfen der Klinge reicht ein Wasserstein mit 1000er Körnung, poliert mit 3000er oder feiner. Den passenden Anstellwinkel kannst du vorab im Schärf-Trainer risikofrei üben.
Für wen geeignet?
Das Rösle Artesano eignet sich für alle, die ein Kochmesser & Gyuto mit warmem Naturholzgriff und individueller Optik suchen und bereit sind, entsprechend zu pflegen. Wer ein pflegeleichtes, günstigeres Modell für den unkomplizierten Alltag will, bleibt besser bei der Rösle Basic Line. Wer sich noch unsicher ist, welche Klingenform am besten zum eigenen Kochstil passt, findet im Messer-Finder eine schnelle Orientierung, bevor die Entscheidung zwischen den beiden Rösle-Serien fällt. Wer sich zwischen Artesano und einem vergleichbaren Modell anderer Marken entscheidet, sollte vor allem die eigene Pflegebereitschaft ehrlich einschätzen, denn der Griff verzeiht Nachlässigkeit deutlich schlechter als robuster Kunststoff.
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