Kein Santoku taucht in deutschen Küchenschubladen so häufig auf wie das Victorinox Swiss Classic mit seinem schwarzen Fibrox-Griff – doch wer den charakteristischen Kunststoff nicht mag, übersieht leicht, dass Victorinox dieselbe Klingenqualität auch mit echtem Holzgriff anbietet. Das Wood Profi ist genau diese Alternative. Für Käufer, die zwischen mehreren Victorinox-Modellen schwanken, ist es oft die charmantere Wahl: dieselbe verlässliche Klingenqualität, aber mit einer Optik, die sich auch neben Holzgriff-Messern anderer Premium-Marken sehen lassen kann.
Klinge und Griff: Vertraute Schärfe, neues Handgefühl
Der geölte Echtholzgriff liegt spürbar wärmer in der Hand als Fibrox-Kunststoff und gibt dem 17-cm-Santoku eine natürlichere, weniger klinische Anmutung. Verarbeitet ist der Übergang zur Klinge sauber und ohne scharfe Kanten, die Nietung liegt bündig im Holz. Wer bislang nur die Swiss-Classic-Serie kennt, wird überrascht sein, wie sehr allein der Griffwechsel das gesamte Handgefühl verändert – die Klinge selbst bleibt mit ihrem X50CrMoV15-Chromstahl und dem markanten Kullenschliff nahezu identisch zur bekannten Fibrox-Version. Mit 17 cm liegt die Klinge im bewährten Mittelfeld der Santoku-Längen und eignet sich damit sowohl für kleinere Hände als auch für die meisten alltäglichen Schnittaufgaben gleichermaßen gut.
Im Detail: Kullenschliff und Schnittverhalten
Die ovalen Vertiefungen entlang der Klingenflanke – der Kullenschliff – verringern die Kontaktfläche zwischen Stahl und Schnittgut, wodurch Gurkenscheiben, Kartoffelwürfel oder rohe Zwiebelringe spürbar seltener kleben bleiben als bei glatt geschliffenen Klingen. Der X50CrMoV15-Stahl liegt herstellertypisch bei rund 56 HRC – bewusst auf Alltagstauglichkeit statt Rekordhärte ausgelegt. Er lässt sich leicht schärfen und verzeiht Fehler beim Nachschleifen, büßt dafür gegenüber härteren Japanstählen bei der reinen Schnitthaltigkeit ein. Bei Zwiebeln, Kräutern und den meisten Gemüsesorten arbeitet die Klinge sauber und zuverlässig, ganz im Stil der bewährten Victorinox-Formel, die seit Jahrzehnten auf Alltagstauglichkeit statt Rekordwerte setzt.
Warum ist der Fibrox-Griff spülmaschinenfest, der Holzgriff aber nicht?
Fibrox ist ein geschlossenporiger Kunststoff, der weder Feuchtigkeit aufnimmt noch unter Spülmaschinenhitze aufquillt – Echtholz dagegen reagiert empfindlich auf Nässe und Temperaturschwankungen. Genau deshalb bleibt beim Wood Profi Handwäsche Pflicht, während die Swiss-Classic-Serie eine Spülmaschinenfreigabe erhält.
Pflege und Schärfen: Der Sonderfall unter den Victorinox-Modellen
Anders als bei der Fibrox-Version ist Handwäsche hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung: sofort abtrocknen und den Griff gelegentlich mit lebensmittelechtem Öl einreiben, damit er nicht austrocknet oder reißt. Da die Härte deutlich unter 60 HRC liegt, ist ein klassischer Wetzstahl zum Ausrichten der Schneide problemlos einsetzbar; für die Grundschärfe reicht ein mittelkörniger Schleifstein (1000er) völlig aus. Anders als beim Griff verlangt die Klinge selbst also keine Sonderbehandlung gegenüber der bekannten Fibrox-Version. Wer den passenden Winkel zum Kullenschliff finden will, kann das Zusammenspiel von Körnung und Winkel vorab im Schärf-Trainer ausprobieren.
Für wen geeignet?
Das Victorinox Wood Profi eignet sich für alle, die die bewährte Schweizer Klingenqualität wollen, aber einen wärmeren, natürlicheren Griff als Fibrox-Kunststoff bevorzugen und bereit sind, dafür eine zusätzliche Pflegeroutine einzuplanen. Wer maximale Pflegeleichtigkeit sucht, findet in unserem Santokumesser-Vergleich mit der Swiss-Classic-Serie die spülmaschinenfeste Alternative derselben Marke. Für alle, die Materialästhetik ohne Premium-Aufpreis wollen, ist das Wood Profi eine der überzeugendsten Optionen in dieser Preisklasse. Auch für Sammler, die bereits mehrere Victorinox-Modelle besitzen und gezielt eine Holzgriff-Variante ergänzen möchten, schließt das Wood Profi eine spürbare Lücke im Sortiment der Marke. Wer sich zwischen den beiden Griffvarianten nicht entscheiden kann, sollte vor allem an die eigene Pflegebereitschaft denken – die Klinge selbst nimmt einem diese Entscheidung nicht ab.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Santokumesser-Vergleich.



