Neben dem Olivenholz-bestückten Grand Wood führt WMF mit Grand Gourmet eine zweite, pragmatischere Santoku-Linie im Sortiment – gleiche deutsche Klingenschmiede, anderer Griff, niedrigerer Preis. Wer beim teureren Schwestermodell vor allem die Klinge, nicht das Olivenholz-Design sucht, findet hier die konsequentere Wahl. Für viele Haushalte ist genau das der entscheidende Punkt: nicht jeder braucht ein Unikat-Griffholz, aber die meisten profitieren von einer geschmiedeten, gut ausbalancierten Klinge aus deutscher Fertigung.
Klinge und Griff: Dieselbe Schmiede, andere Prioritäten
Die 18-cm-Klinge wird wie bei Grand Wood geschmiedet und trägt einen durchgehenden Kropf, der der Klinge spürbar mehr Balance zum Griff hin gibt als bei präzisionsgeschnittenen Konkurrenten. Statt Olivenholz setzt WMF hier auf einen ergonomisch geformten, dreifach vernieteten Kunststoffgriff – funktional, pflegeleicht, aber ohne die Unikat-Maserung der teureren Schwesterlinie. Die Verarbeitung gibt kaum Anlass zur Kritik: Der Übergang zwischen Klinge und Griff ist sauber und ohne scharfe Kanten, wie man es von der markeneigenen Fertigung erwartet. Mit 18 cm Klingenlänge liegt das Grand Gourmet im oberen Bereich der Santoku-Norm und bietet reichlich Fläche für größere Gemüsemengen oder Familienportionen. Für Haushalte, die regelmäßig für mehrere Personen kochen, ist diese zusätzliche Fläche im Alltag ein spürbarer Zeitgewinn, gerade beim Portionieren größerer Mengen Zwiebeln oder Wurzelgemüse für Eintöpfe und Familienessen am Wochenende, wenn schnelles, gleichmäßiges Arbeiten in der Küche gefragt ist und wenig Zeit für Zwischenschritte bleibt.
Im Detail: Geschmiedeter Stahl ohne Härtezahl
WMF verzichtet für die Grand-Serie generell auf eine öffentliche HRC-Angabe und wirbt stattdessen mit dem geschmiedeten Aufbau und der eigenen Klingenschmiede. Beim Schnittverhalten zeigt sich ein solider, gut nachschärfbarer Stahl: Zwiebeln und Kräuter lassen sich mit wenig Druck sauber portionieren, das geschmiedete Zusatzgewicht unterstützt beim Durchtrennen festerer Gemüsesorten wie Sellerie oder Kürbis. Nach mehreren Wochen intensiver Nutzung bleibt die Schneide angenehm konstant, was auf eine solide, wenn auch nicht dokumentierte Härte im mittleren bis oberen Bereich schließen lässt. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit täglichem Kochaufwand ist diese Standzeit im Alltag kaum ein Thema.
Was unterscheidet Grand Gourmet von der teureren Grand-Wood-Linie?
Beide Linien werden in derselben deutschen Klingenschmiede geschmiedet, der Unterschied liegt vor allem im Griffmaterial: Grand Gourmet setzt auf robusten Kunststoff statt den Unikat-Olivenholzgriff der teureren Schwesterlinie. Für die reine Schnittleistung ist der Unterschied überschaubar, bei Optik und Pflegeaufwand liegen spürbare Welten dazwischen.
Pflege und Schärfen: Unkompliziert dank Kunststoffgriff
Der Kunststoffgriff verträgt Feuchtigkeit deutlich besser als der Olivenholzgriff der Schwesterlinie, für maximale Schärfeerhaltung bleibt Handwäsche dennoch die bessere Gewohnheit. Ohne dokumentierte Härteangabe ist ein klassischer Stahl-Wetzstab zum Ausrichten zwischen den Schärfgängen unbedenklich; für die Grundschärfe reicht ein Schleifstein mit 1000er Körnung. Wer regelmäßig kurz nachschärft statt lange zu warten, hält den Kraftaufwand pro Schärfgang spürbar geringer. Wie sich Winkel und Körnung beim Nachschärfen sinnvoll kombinieren lassen, kannst du im Schärf-Trainer vorab gefahrlos üben.
Für wen geeignet?
Das WMF Grand Gourmet eignet sich für alle, die geschmiedeten deutschen Klingenstahl aus derselben Schmiede wie Grand Wood wollen, aber auf den Olivenholz-Aufpreis verzichten können. In unserem Santokumesser-Vergleich ist es die pragmatischere WMF-Wahl für den robusten Küchenalltag. Wer Materialästhetik und Unikat-Optik priorisiert, findet mit der Grand-Wood-Schwesterlinie desselben Herstellers die konsequente Weiterentwicklung. Auch als solides Zweitmesser neben Grand Wood, etwa für den robusteren Küchenalltag, während die Olivenholz-Variante für besondere Anlässe reserviert bleibt, ergibt die Kombination beider Linien durchaus Sinn. Wer ohnehin schon WMF-Kochgeschirr besitzt, profitiert zusätzlich von der stimmigen Optik im Gesamtbild der Küche.
Unsere aktuelle Übersicht der besten Santokumesser findest du hier.



