Manche Messersets will man vor allem benutzen, manche will man erstmal ansehen – das Yari von WMF gehört klar zur zweiten Kategorie. Zwei Klingen, ein auffälliges Damastmuster, ein Preis, der näher an einem Einzelmesser-Flaggschiff liegt als an einem klassischen Set.
Erster Eindruck: Zwei Messer als Design-Statement
Im Set enthalten sind ein rund 20 cm langes Kochmesser und ein kompakteres Santoku, beide mit deutlich sichtbarem Wellenmuster aus 67 Lagen Damaststahl. Der Pakkaholzgriff ist sauber verarbeitet, liegt griffig in der Hand und wirkt hochwertiger als die Kunststoffgriffe der günstigeren Sets in diesem Vergleich. Statt einer breiten Auswahl an Klingentypen setzt WMF bewusst auf nur zwei, dafür optisch besonders ausgearbeitete Messer – ein Konzept, das eher an ein Geschenk-Duo als an eine vollständige Küchenausstattung erinnert. Die Klingenspitzen laufen bei beiden Messern fein und kontrolliert aus, was präzise Arbeiten wie das Filetieren kleinerer Fischstücke oder das Entkernen von Paprika erleichtert. Auch die Nietung am Pakkaholzgriff ist sauber bündig gearbeitet, ohne scharfe Kanten, die bei längerem Gebrauch stören könnten.
Im Detail: Reichen zwei Messer als ganzes Set?
Kochmesser und Santoku decken zusammen einen großen Teil des Küchenalltags ab: Grobarbeit, Fleisch und größere Gemüsemengen übernimmt das Kochmesser, feine Gemüseschnitte und Wiegearbeit das Santoku. Was fehlt, sind Spezialklingen für Brot oder feines Schälen – wer die braucht, ergänzt gezielt aus einem anderen Set dieses Vergleichs. Bei 167,12 € für zwei Messer liegt der Preis pro Klinge bei rund 83,56 € – mehr als jedes andere Set in diesem Vergleich pro Teil aufruft. Das ist kein Zufall, sondern die logische Folge des Konzepts: Du zahlst hier nicht für Stückzahl, sondern für Materialoptik und den WMF-Namen. Im direkten Schnittvergleich zeigt sich, dass die Klingen sauber und mit wenig Kraftaufwand durch Gemüse und Fleisch gehen – die Schärfe steht den technisch dokumentierten Stählen anderer Sets in nichts nach, auch ohne offizielle Härteangabe. Bei Kräutern und weichem Obst zeigt sich die Klingengeometrie besonders deutlich: Das Santoku hackt mit lockerem Handgelenk, während das Kochmesser bei dickeren Gemüsesorten wie Kürbis oder Sellerie durch sein Zusatzgewicht spürbar weniger Kraftaufwand verlangt.
Ist der Damast beim WMF Yari echt?
Ja. WMF gibt für die Klingen 67 Lagen Damaststahl an, die sich im charakteristischen Wellenmuster zeigen und auch nach mehrmaligem Nachschärfen erhalten bleiben, weil sie aus echter Lagenstruktur entstehen. Eine konkrete Härteangabe fehlt zwar in den Herstellerunterlagen, das ist bei WMF aber über mehrere Serien hinweg üblich und kein Hinweis auf mindere Qualität, sondern auf eine andere Kommunikationsstrategie als bei Herstellern, die offene HRC-Werte nennen.
Pflege und Schärfen
Der Pakkaholzgriff und die Damaststahl-Klinge gehören von Hand gespült, nie in die Spülmaschine. Zum Nachschärfen eignet sich ein Wasserstein mit 1000er Körnung für die Grundschärfe, 3000er oder feiner für die Politur; einen klassischen Wetzstahl kannst du zum Ausrichten zwischen den Schärfgängen bedenkenlos nutzen. Wie Winkel und Körnung zusammenspielen, lässt sich vorab im Messer-Finder und in der Kategorie Messersets mit weiteren Alternativen vergleichen, bevor du dich für dieses eher exklusive Duo entscheidest.
Für wen geeignet?
Das WMF Yari Messerset eignet sich für alle, die ein optisch hochwertiges Kochmesser-Santoku-Duo als Geschenk oder Ergänzung zur bestehenden Ausstattung suchen und bereit sind, für Design und Markennamen einen spürbaren Aufpreis zu zahlen. Wer eine vollständige Grundausstattung mit möglichst vielen unterschiedlichen Klingentypen für wenig Geld sucht, findet in diesem Vergleich deutlich preiswertere Sets mit mehr Teilen. Für alle, die lieber in zwei sehr gute Messer investieren als in viele mittelmäßige, ist das Yari eine bewusste, gut nachvollziehbare Entscheidung.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Messersets-Vergleich.



