Messer für Linkshänder: worauf du beim Kauf achtest
Ratgeber

Messer für Linkshänder: worauf du beim Kauf achtest

Die kurze Antwort: Die meisten Küchenmesser sind beidseitig und symmetrisch geschliffen, sie funktionieren für Linkshänder genauso gut wie für Rechtshänder. Eine echte Linkshänder-Version brauchst du nur bei einseitig geschliffenen japanischen Spezialmessern und bei händigen D-Griffen. Für alles andere reicht ein symmetrisches Messer mit ovalem oder achtkantigem Griff.

Linkshänder sind es gewohnt, dass viele Werkzeuge nicht für sie gemacht sind. Bei Küchenmessern ist die Lage aber entspannter, als viele denken. Ob ein Messer für die linke Hand taugt, hängt an genau zwei Dingen: am Schliff der Klinge und an der Form des Griffs. Kennst du diese beiden Punkte, triffst du beim Kauf jede Entscheidung sicher. Der verbreitete Eindruck, Linkshänder bräuchten für die Küche eine komplett eigene Ausstattung, stimmt so nicht: Er trifft nur auf eine kleine, klar abgegrenzte Gruppe von Messern zu. Wenn du grundsätzlich unsicher bist, welches Messer zu dir passt, hilft dir der Messer kaufen: der Ratgeber mit den Basics weiter.

Sind Küchenmesser für Rechts- und Linkshänder gleich?

Ja, die allermeisten Küchenmesser funktionieren für beide Hände gleich gut. Der Grund liegt im Schliff: Europäische und westliche Klingen, also das klassische Kochmesser, das westlich gefertigte Santoku und das Brotmesser, sind beidseitig und weitgehend symmetrisch geschliffen. Beide Seiten der Klinge tragen etwa gleich viel Material ab, das Verhältnis liegt bei rund 50 zu 50. Eine solche Klinge zieht beim Schneiden weder nach links noch nach rechts, egal welche Hand sie führt. Als Linkshänder brauchst du dafür also keine Spezialversion. Das gilt für den Großteil dessen, was du im Kochmesser-Sortiment findest.

Der Unterschied zwischen Rechts- und Linkshändern liegt in der Küche eher in der Arbeitshaltung: Wie du das Schneidgut mit der Führhand hältst, in welche Richtung du hobelst und wie du am Brett stehst. Das ist Gewöhnung, keine Frage der Ausrüstung. Ein Rechtshänder-Kochmesser wird dir als Linkshänder keine unsauberen Schnitte bescheren, solange Klinge und Griff symmetrisch sind.

Welche Messertypen eignen sich für Linkshänder?

Die kurze Übersicht: Beidseitig symmetrische Messer passen immer, einseitige Klingen brauchen eine eigene Ausführung. Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Typen ein.

Messertyp Schliff Eignung für Linkshänder
Europäisches Kochmesser, Santoku (westlich) beidseitig, symmetrisch (rund 50/50) uneingeschränkt geeignet, keine Sonderversion nötig
Japanisches Gyuto, Santoku, Nakiri beidseitig, oft leicht asymmetrisch meist geeignet, Anschliff vor dem Kauf erfragen
Yanagiba, Deba, Usuba einseitig (Rückseite hohl, Urasuki) nur als Linkshänder-Version (Hidari) sinnvoll
Brotmesser Wellenschliff, meist symmetrisch uneingeschränkt geeignet
D-Griff Klinge egal, Griff ist händig Links-D-Griff oder symmetrischen Griff wählen

Merke dir die Logik dahinter: Je symmetrischer die Klinge, desto egaler ist die Händigkeit. Erst wenn ein Messer bewusst asymmetrisch oder komplett einseitig gebaut ist, wird die Hand zum Thema. Der weitaus größte Teil deiner Grundausstattung, vom Kochmesser über das Santoku bis zum Brotmesser, fällt in die unproblematische erste Kategorie.

Woran erkenne ich, ob ein Messer für Linkshänder geeignet ist?

Du erkennst es in wenigen Sekunden mit einem Blick auf Schneide und Griff. Gehe beim Kauf diese Schritte durch:

  1. Blicke von oben senkrecht auf die Schneide, so als würdest du auf die Schnittkante hinunterschauen.
  2. Vergleiche die beiden Fasen, also die angeschliffenen Flächen links und rechts der Kante. Sind sie etwa gleich breit, ist die Klinge symmetrisch und für beide Hände gut.
  3. Ist nur eine Seite angeschliffen und die andere flach oder leicht hohl, hast du eine einseitige Klinge vor dir. Kläre dann, ob es die Rechts- oder Linkshänder-Ausführung ist.
  4. Frag beim Händler oder in der Produktbeschreibung nach dem Verhältnis: 50/50 heißt symmetrisch, Angaben wie 70/30 heißen leicht asymmetrisch zugunsten der rechten Hand.
  5. Nimm das Messer in die linke Hand und schau auf den Griff. Fühlt er sich nur an eine bestimmte Handhaltung angeschmiegt an, ist er wahrscheinlich händig.

Geben dir zwei dieser Punkte grünes Licht, nämlich symmetrische Fasen und ein symmetrischer Griff, ist das Messer für dich uneingeschränkt brauchbar.

Brauchen Linkshänder ein spezielles japanisches Messer?

Nur bei bestimmten Typen, nicht generell. Viele moderne japanische Allzweckmesser wie Gyuto, Santoku, Nakiri oder Bunka sind zwar beidseitig, aber häufig leicht asymmetrisch angeschliffen. Ein oft genanntes Verhältnis ist etwa 70 zu 30, mit mehr Abtrag auf der rechten Seite, einige Klingen sind auch stärker asymmetrisch. Dieser leichte Versatz lenkt die Klinge minimal zugunsten von Rechtshändern. Für die meisten Hobbyköche ist das kaum spürbar, und viele Hersteller bieten dieselben Modelle auch mit symmetrischem 50/50-Anschliff an. Frag im Zweifel gezielt nach.

Anders sieht es bei den traditionellen, einseitig geschliffenen Japanmessern aus. Das Yanagiba für Sashimi, das Deba zum Zerlegen von Fisch und das Usuba für Gemüse sind nur auf einer Seite angeschliffen, die Rückseite ist leicht hohl geschliffen (japanisch Urasuki). Die Standardversionen sind komplett für Rechtshänder ausgelegt. Ein Rechtshänder-Yanagiba lässt sich von Linkshändern nicht sinnvoll führen, weil die hohle Rückseite dann auf der falschen Seite liegt und der Schnitt verläuft. Für diese Messer gibt es echte Linkshänder-Versionen, japanisch Hidari genannt. Sie sind seltener, oft nur auf Bestellung erhältlich und dadurch teurer und schwerer zu bekommen. Wer als Linkshänder ernsthaft Fisch filetiert oder Sushi schneidet, sollte gezielt eine Hidari-Ausführung suchen. Einen Überblick über passende Klingen für den Fisch findest du auch in der Kategorie Filetiermesser.

Der Griff: warum die D-Form für Linkshänder zählt

Nicht nur die Klinge kann händig sein, sondern auch der Griff. Der sogenannte D-Griff, häufig an japanischen Messern, ist im Querschnitt wie der Buchstabe D geformt. Die gerade Kante liegt an der Handfläche, die runde Wölbung füllt die Finger. Ein rechts orientierter D-Griff ist auf die rechte Handfläche geformt und liegt in der linken Hand verdreht und unbequem.

Als Linkshänder hast du zwei gute Optionen: einen Links-D-Griff, der spiegelbildlich geformt ist, oder besser einen komplett symmetrischen Griff. Symmetrisch heißt oval, achtkantig (oktogonal) oder die klassische westliche Griffform. Diese Formen passen in beide Hände gleich gut und sind für Linkshänder die unkomplizierteste Wahl, weil du dir über die Händigkeit gar keine Gedanken machen musst. Achte beim Kauf also nicht nur auf den Schliff, sondern nimm den Griff bewusst in die linke Hand.

Ein Detail zur Beruhigung: Der Kullenschliff, also die Vertiefungen an der Klingenseite, die als Luftpolster das Ankleben des Schneidguts verringern sollen, ist in aller Regel symmetrisch auf beiden Seiten angebracht. Er ist damit kein Händigkeitsthema und für Linkshänder völlig unproblematisch.

Küchenscheren und Zubehör für Linkshänder

Bei Küchenscheren lohnt der genaue Blick, denn Scheren sind tatsächlich händig. Die Lage der beiden Klingen zueinander und die Form der Griffösen sind bei einer Standardschere auf die rechte Hand ausgelegt. In der linken Hand drücken sich die Klingen dann eher auseinander als zusammen, und der Schnitt wird unsauber. Für Linkshänder gibt es eigene Ausführungen, bei denen Klingenlage und Griffe gespiegelt sind. Kleinere Aufgaben wie das Öffnen von Verpackungen gelingen zwar auch mit einer normalen Schere, sauberes Durchtrennen von Kräuterstielen oder Geflügelhaut aber deutlich besser mit der passenden Ausführung. Wenn du viel mit der Küchenschere arbeitest, ist so eine Version die Anschaffung wert.

Kaufempfehlung für Linkshänder

Am einfachsten und günstigsten fährst du mit einem beidseitig symmetrisch geschliffenen westlichen Messer oder einem japanischen Gyuto beziehungsweise Santoku mit ovalem oder achtkantigem Griff. Damit deckst du praktisch alle Aufgaben in der Küche ab, ohne auf eine Sonderanfertigung angewiesen zu sein oder einen Aufpreis zu zahlen. Prüfe vor dem Kauf kurz die Fasen und nimm den Griff in die linke Hand, dann kann nichts schiefgehen. So ein Messer begleitet dich über Jahre und lässt sich problemlos nachschärfen, ohne dass die Händigkeit je zum Thema wird.

Nur wenn du gezielt einseitige Spezialmesser für Fisch oder Sushi willst, also Yanagiba, Deba oder Usuba, musst du auf eine echte Linkshänder-Ausführung achten und einplanen, dass diese teurer und schwerer zu bekommen ist. Für den Küchenalltag brauchst du das nicht. Wenn du noch schwankst, welches Modell zu deinen Aufgaben passt, grenzt der Messer-Finder die Auswahl nach deinen Anforderungen ein.

Zuletzt aktualisiert: 20.7.2026· Redaktion TopMesserReviews · Wie wir arbeiten

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann ein Linkshänder ein normales Kochmesser benutzen?

Ja, ohne Einschränkung. Klassische Kochmesser sind beidseitig und symmetrisch geschliffen, sie ziehen beim Schneiden weder nach links noch nach rechts. Eine Spezialversion brauchst du nicht. Achte nur darauf, dass der Griff nicht einseitig auf die rechte Hand geformt ist.

Sind Messer für Linkshänder teurer?

Normale beidseitige Messer kosten für Linkshänder genauso viel wie für Rechtshänder, hier gibt es keinen Aufpreis. Teurer und schwerer zu bekommen sind nur die einseitig geschliffenen japanischen Spezialmesser in der Linkshänder-Ausführung (Hidari), weil sie seltener produziert und oft nur auf Bestellung gefertigt werden.

Was ist ein D-Griff und stört er Linkshänder?

Ein D-Griff ist im Querschnitt wie der Buchstabe D geformt und dadurch händig. Ein rechts orientierter D-Griff liegt in der linken Hand verdreht. Wähle als Linkshänder einen Links-D-Griff oder gleich einen symmetrischen ovalen oder achtkantigen Griff, der in beide Hände passt.

Woran erkenne ich einen einseitigen Schliff?

Blicke von oben senkrecht auf die Schneide. Ist nur eine Seite der Klinge angeschliffen und die Rückseite flach oder leicht hohl, handelt es sich um einen einseitigen Schliff. Solche Klingen, etwa Yanagiba oder Deba, gibt es getrennt für Rechts- und Linkshänder.

Gibt es Santokus speziell für Linkshänder?

Für die meisten Santokus brauchst du keine Sonderversion, da sie beidseitig geschliffen sind. Japanische Modelle sind manchmal leicht asymmetrisch zugunsten der rechten Hand, was kaum auffällt. Willst du es perfekt, frag nach einem symmetrischen 50/50-Anschliff und einem ovalen oder achtkantigen Griff.

Sind Küchenscheren für Linkshänder anders?

Ja, Küchenscheren sind händig. Bei einer Standardschere sind Klingenlage und Griffösen auf die rechte Hand ausgelegt, in der linken Hand schneidet sie unsauber. Für Linkshänder gibt es gespiegelte Ausführungen. Wenn du oft mit der Schere arbeitest, lohnt sich so eine Version.