In Thiers, seit dem Mittelalter Frankreichs Hauptstadt der Schneidwaren, fertigt die Familie Dubost seit 1920 Messer – und genau diese Herkunft ist das eigentliche Verkaufsargument hinter den günstigen Laguiole-Steakmessern der Marke. Für rund 29 € bekommst du sechs Messer mit blank poliertem Edelstahlgriff, verpackt in einem hölzernen Aufbewahrungstablett.
Herkunft und Verarbeitung: Handwerk aus Thiers
Jean Dubost ist ein familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation, das seine Klingen nach eigenen Angaben in rund 25 manuellen Arbeitsschritten stanzt, schleift und poliert. Der Griff besteht komplett aus gebürstetem Edelstahl und ist an der Klinge vernietet statt nur aufgesteckt – eine robustere, wenn auch schlichtere Lösung als Naturholz oder Kunststoffschalen. Für ein Set in dieser Preisklasse ist das ein bemerkenswert solides Fertigungsversprechen, zumal die Fertigung tatsächlich in Frankreich stattfindet und nicht nur der Name französisch klingt. Sichtbar wird das an Details, die bei Importware oft fehlen: gleichmäßig verlaufende Poliernähte, sauber versenkte Nietköpfe und ein Klingenrücken ohne scharfe Grate, die beim täglichen Gebrauch in der Hand stören würden.
Im Detail: Klinge, Maße und Materialqualität
Die Klingen sind rund 2,5 mm dick, glatt geschliffen und laufen in der für Laguiole-Messer typischen, leicht geschwungenen Silhouette aus – ohne Wellenschliff, dafür mit einer sauberen, durchgehenden Fase. Beim Schnitt durch ein Steak zieht die Klinge zügig durch die Kruste, verlangt bei sehr faserigem oder durchgebratenem Fleisch aber etwas mehr Nachdruck als eine gewellte Klinge. Die Gesamtproportionen orientieren sich an der klassischen Laguiole-Steakmesser-Form: kompakt genug für die Hand, lang genug für ein ordentliches Stück Fleisch. Der Edelstahlgriff ist dabei etwas schlanker geformt als die Olivenholz-Varianten der Kategorie, was ihn vor allem kleineren Händen entgegenkommt, während größere Hände bei sehr langem Gebrauch am Stück eher zu einem konturierteren Griffprofil greifen würden.
Was macht dieses Laguiole-Set zu einem echten Original?
Vor allem die nachweisbare Herkunft: Jean Dubost fertigt seit über 100 Jahren in Thiers, dem historischen Zentrum der französischen Messerherstellung, und dokumentiert die handwerkliche Fertigung transparent. Anders als bei vielen Laguiole-benannten Importprodukten aus Fernost oder anderen europäischen Ländern steckt hier tatsächlich französische Schneidwaren-Tradition dahinter – bei einem Preis, der eher an ein Einsteiger-Set erinnert als an Traditionshandwerk. Für Käufer, denen die Herkunft eines Messers genauso wichtig ist wie seine Schärfe, ist das ein Argument, das kein Marketingtext ersetzen kann: Ein Unternehmen, das seit 1920 am selben Standort fertigt, hat wenig Interesse daran, seinen Namen für schnelle Massenware herzugeben.
Pflege: robust, aber Handwäsche empfohlen
Der Hersteller bewirbt das Set als spülmaschinenfest, und der reine Edelstahlgriff verträgt grundsätzlich auch Hitze und Reinigerchemie. In der Praxis raten wir trotzdem zur Handwäsche: Vernietete Griffe können sich über viele Spülgänge minimal lockern, und der polierte Hochglanz leidet sichtbar schneller als bei einer matten Oberfläche. Zum Nachschärfen der glatten Klinge reicht ein feiner Wasserstein oder Keramikstab; wie du den passenden Winkel für eine glatte Klinge findest, lässt sich risikofrei im Schärf-Trainer üben, bevor du an der echten Schneide ansetzt.
Für wen geeignet?
Das Jean-Dubost-Set ist die richtige Wahl für alle, die echtes französisches Laguiole-Handwerk wollen, ohne für Naturholz-Griffe oder aufwendiges Markendesign extra zu zahlen. Der schlichte Edelstahlgriff ist unempfindlicher im Alltag als Olivenholz, dafür etwas weniger warm in der Optik. Wer stattdessen Wert auf einen Naturholzgriff oder ein noch hochwertigeres Gesamtpaket legt, findet in der Kategorie Steakmesser & BBQ-Messer mehrere Alternativen im Premiumsegment. Für den regelmäßigen Einsatz am Familientisch oder bei spontanen Grillabenden ist der pflegeleichte Edelstahlgriff sogar ein handfester Vorteil gegenüber empfindlicherem Naturholz, das bei unachtsamer Lagerung schneller Schaden nimmt.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Steakmesser-Vergleich.



