Ein Olivenholzgriff für unter 25 Euro klingt nach einem Versprechen, das selten eingehalten wird – beim Kjøk Premium Nakiri lohnt sich trotzdem der genaue Blick, denn die junge Marke positioniert sich bewusst als unkomplizierter Einstieg in die Nakiri-Welt, ohne gleich mit Herstellertraditionen oder Stahllegenden zu werben. Wer schon einmal ein Markenmesser für über 100 Euro gekauft hat, kennt die Skepsis, die ein derart niedriger Preis zunächst auslöst.
Klinge und Verarbeitung: Olivenholz statt Kunststoff
Die 17 cm lange Klinge besteht laut Hersteller aus hochwertigem Edelstahl, der in einem speziellen Ofenverfahren gehärtet wird – welche konkrete Legierung dahintersteckt, benennt Kjøk nicht näher. Das ist in dieser Preisklasse keine Seltenheit, schmälert aber die Nachvollziehbarkeit im Vergleich zu Marken, die ihre Stahlsorte offen kommunizieren. Auffällig ist dagegen der Griff: Olivenholz statt Kunststoff ist bei einem Messer unter 25 Euro ungewöhnlich und wertet die Optik spürbar auf. Jedes Stück ist durch die natürliche Maserung ein Unikat, was dem Messer trotz Einstiegspreis einen hochwertigeren Auftritt verschafft.
Im Lieferumfang liegt zusätzlich eine Schutzhülle aus stabilem Kunststoff bei – praktisch, wenn das Messer in der Schublade liegt oder mit auf Reisen soll, und schützt nebenbei auch andere Messer in derselben Schublade vor Kratzern. Das ist beim direkten Konkurrenzvergleich in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.
Im Detail: Härte, Schliffwinkel und der Chop-Schnitt fürs erste Mal
Mit 58 (±2) HRC und einem Anschliff von rund 15° pro Seite ist die Klinge werksseitig ordentlich scharf – für ein Einsteigermesser sogar überdurchschnittlich fein. Wie jedes Nakiri hat auch das Kjøk eine gerade, rechteckige Schneide: Du führst die Klinge senkrecht durchs Schnittgut statt zu wiegen wie bei einem Kochmesser. Für alle, die zum ersten Mal mit dieser Klingenform arbeiten, ist das eine kleine Umstellung, aber keine Einschränkung – im Gegenteil, gerade beim Würfeln von Zwiebeln oder Karotten schneidet die komplette Klingenlänge sauber bis aufs Brett durch. Beim Zwiebelschneiden zeigt sich die Klinge angenehm gutmütig: Die Ringe lösen sich sauber voneinander, ohne dass Schichten zusammenkleben oder ausreißen.
Ist die Stahlqualität beim Kjøk Nakiri mit Markenherstellern vergleichbar?
Nicht ganz: Ohne benannte Legierung fehlt die Vergleichbarkeit zu dokumentierten Stählen wie X50CrMoV15 oder VG10. In der Praxis reicht die Schärfe für den Alltag völlig aus, nur bei der Schnitthaltigkeit über viele Wochen intensiver Nutzung dürfte ein markenbekannter Stahl die Nase vorn haben.
Pflege und Schärfen: Holzgriff braucht Aufmerksamkeit
Olivenholz ist robuster als viele andere Holzarten, trotzdem gehört das Messer niemals in die Spülmaschine – die Lauge lässt das Holz aufquellen und rissig werden. Nach dem Abtrocknen hilft gelegentliches Einreiben mit etwas Speiseöl, damit der Griff geschmeidig bleibt. Ein Wasserstein mit 1000er Körnung bringt die nötige Grundschärfe zurück, zwischendurch hilft ein Keramikstab, die Schneide ohne Materialabtrag aufzurichten und die Zeit zwischen zwei Schärfgängen zu verlängern. Wer noch unsicher ist, ob ein Nakiri überhaupt zur eigenen Kochroutine passt, findet im Messer-Finder eine schnelle Einordnung, bevor er in ein teureres Modell investiert.
Für wen geeignet?
Das Kjøk Premium Nakiri eignet sich für alle, die erstmals ein Nakiri ausprobieren wollen, ohne gleich viel Geld zu investieren, und die den Olivenholzgriff gerne pflegen. In unserem Nakiri & Gemüsemesser-Vergleich ist es der Einsteiger-Tipp für preisbewusste Käufer. Auch als kleines Geschenk für Koch-Einsteiger taugt es dank Holzgriff und Schutzhülle, ohne dass gleich viel Geld investiert werden muss. Wer täglich intensiv kocht und Wert auf eine dokumentierte Stahlsorte legt, wählt besser eines der Markenmesser im Vergleich.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Nakiris.



