Steakchamp ist vor allem für seine wiederverwendbaren Garpunkt-Anzeiger bekannt, mit denen Griller den perfekten Gargrad im Fleisch sichtbar machen – mit dem BBQ Pro wagt sich die deutsche Marke jetzt aufs Terrain klassischer Kochmesser. Für rund 45 € tritt die 22-cm-Klinge gegen etablierte Kochmesser-Marken an, allerdings mit einem klaren Fokus auf die Grillküche statt auf die heimische Arbeitsplatte.
Stahl und Griff: X50CrMoV15 trifft auf Tactical-Design
Die Klinge besteht aus X50CrMoV15, auch als 1.4116 bekannt – derselben Stahlfamilie, die auch in vielen Solinger Kochmessern der Mittelklasse steckt. Auffälliger als der Stahl ist der Griff: Er ist von taktischen Messern inspiriert, mit einer strukturierten, griffigen Oberfläche aus Ocean Bound Plastic, also recyceltem Kunststoff aus Küstennähe. Das Ergebnis fühlt sich weniger nach klassischem Kochmesser und mehr nach Outdoor-Werkzeug an – was angesichts der Zielgruppe am Grill durchaus Kalkül sein dürfte. Verarbeitungsseitig gibt sich das Messer keine Blöße: Der Übergang von Klinge zu Griff ist sauber verschliffen, ohne scharfe Kanten oder Grate, die bei stundenlangem Zerlegen am Wettbewerbsstand stören würden.
Im Detail: Härtegrad, Schliffwinkel und Handling
Mit rund 22 cm Klingenlänge, 36 cm Gesamtlänge und 315 g Gewicht liegt das BBQ Pro spürbar wuchtiger in der Hand als ein filigranes Santoku – passend zu seinem Einsatzzweck bei größeren Fleischstücken. Der Hersteller gibt die Härte mit rund 55 bis 56 HRC an, ein bewusst moderater Wert, der die Klinge robuster gegen Ausbrüche macht als deutlich härtere japanische Stähle, dafür aber öfter nachgeschärft werden will. Der Anschliff erfolgt laut Hersteller von Hand bei etwa 15 Grad pro Seite. Beim Zerteilen von Grillgut zeigt sich das in der Praxis so: Die Klinge zieht kraftvoll durch Krusten und größere Fleischstücke, ohne bei Sehnen oder Knorpeln gleich zu verkanten – für filigrane Gemüsearbeit ist sie dagegen spürbar zu massig gebaut. Im direkten Vergleich zu einem klassischen 20-cm-Kochmesser bringt das zusätzliche Gewicht spürbar mehr Schwung in harte Trennschnitte, etwa beim Durchtrennen von Rippenknorpel oder dicken Fettschichten am Braten.
Wie schlägt sich das BBQ Pro beim Zerlegen von Grillfleisch?
Überzeugend: Das Gewicht und die Klingenlänge geben genug Schwung mit, um durch dickere Stücke wie Spare Ribs oder ein Tomahawk-Steak zu kommen, ohne dass du extra Druck aufbauen musst. Der griffige Kunststoffgriff bleibt dabei auch mit fettigen oder leicht nassen Händen sicher in der Hand – ein Detail, das ein poliertes Edelstahlmesser am Grill nur selten bietet. Wer schon einmal versucht hat, mit marinierten Fingern ein glattes Kochmesser sauber zu führen, weiß diesen scheinbar kleinen Unterschied bei der nächsten Grillparty zu schätzen.
Pflege und Nachschärfen bei 55 bis 56 HRC
Bei dieser moderaten Härte ist ein klassischer Wetzstahl grundsätzlich unproblematisch, um die Schneide zwischen den Schärfgängen kurz aufzurichten – anders als bei sehr hartem japanischem Stahl über 60 HRC. Für die eigentliche Schärfe empfiehlt sich trotzdem ein Schleifstein mit mittlerer bis feiner Körnung, etwa 1000er für den Grundschliff und 3000er zum Polieren. Der Hersteller rät zur Handwäsche statt Spülmaschine, damit der strukturierte Kunststoffgriff nicht durch aggressive Reiniger stumpf wird. Wie du den 15-Grad-Winkel beim Nachschärfen konstant hältst, kannst du im Schärf-Trainer ganz ohne Risiko für die echte Klinge üben.
Für wen geeignet?
Das Steakchamp BBQ Pro ist die richtige Wahl für alle, die ein robustes, gut geschärftes Kochmesser suchen, das speziell für größere Fleischstücke und den Einsatz am Grill oder Smoker gedacht ist – wer für den Rest der Outdoor-Küche noch Ausrüstung braucht, wird eher bei unserer Schwesterseite topgrillreviews.de fündig als in der Messerkategorie. Wer dagegen ein leichtes, klassisch gestaltetes Kochmesser für die Innenküche sucht, findet in der Kategorie Steakmesser & BBQ-Messer auch filigranere Alternativen.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Steakmesser.



