Gourmet Messerschärfer
WMF · Durchziehschärfer

Gourmet Messerschärfer

★★★★☆4.2 · 3.600 Bewertungen2-stufig, Keramikscheiben, Cromargan-Gehäuse
✓ Redaktionell geprüftBewertet von Seydhan Cakmak (Gründer & Chef-Redakteur) · 10.7.2026

Für günstige bis mittelpreisige Alltagsmesser, die schnell wieder einsatzbereit sein müssen, ist der WMF Gourmet eine ehrliche, unkomplizierte Lösung. Wer teure oder japanische Klingen besitzt, sollte den Durchziehschärfer höchstens als Notlösung betrachten und regelmäßig zum Schleifstein greifen.

2 Schärfstufen mit KeramikscheibenRutschfeste StandfüßeCromargan-Edelstahl 18/10Für gerade Klingen
Preisvergleich
1 Shop
Bester Preis
Amazon
Originalverpackt
Auf Lager
26,19 €
Zum Shop →
Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand. Affiliate-Links.
Kurz & knapp8.3/10

Der WMF Gourmet Messerschärfer bringt im Test 2026 stumpfe Alltagsmesser in wenigen Zügen zurück auf Kurs: zwei Keramikstufen, rutschfeste Standfüße, rund 26 €. Schneller als jeder Schleifstein, aber mit spürbar gröberem Ergebnis – für teure oder harte Klingen keine Dauerlösung, für den Küchenalltag ein fairer Deal.

Preis bei Amazon prüfen →

Zwei Schlitze, ein paar Züge, fertig – so bewirbt WMF seinen Gourmet Messerschärfer, und im Kern stimmt das sogar. Wer keine Lust auf Schärfwinkel-Diskussionen hat und einfach nur wieder eine Tomate sauber durchschneiden will, bekommt hier tatsächlich die versprochene Abkürzung. Die interessantere Frage ist, was diese Abkürzung kostet – nicht in Euro, sondern an Klingensubstanz.

Verarbeitung: Cromargan-Gehäuse mit klarem Zweck

Das Gehäuse besteht aus Cromargan-Edelstahl 18/10, WMFs hauseigener Bezeichnung für einen hochwertigen, rostfreien Chrom-Nickel-Stahl, der auch bei Besteck und Töpfen zum Einsatz kommt – für ein Schärfgerät in dieser Preisklasse eine ungewöhnlich solide Materialwahl gegenüber der sonst üblichen Kunststoffbauweise. Die rutschfesten Gummifüße an der Unterseite geben beim Durchziehen spürbaren Halt, sodass das Gerät nicht über die Arbeitsfläche wandert, wenn die Klinge mit etwas Druck durch die Schlitze gezogen wird. Die beiden Führungsschlitze sitzen eng genug, um die Klinge im vorgegebenen Winkel zu halten, ohne dass Finger in die Nähe der Keramikscheiben geraten.

Im Detail: Was beim Durchziehen wirklich passiert

In Schlitz eins sitzen gröber texturierte Keramikscheiben, die eine stumpfe oder leicht beschädigte Kante grob neu anschleifen; Schlitz zwei mit feinerer Keramik übernimmt die Politur. Anders als ein Wetzstahl, der die Kante nur aufrichtet, trägt dieses Verfahren tatsächlich Material ab – näher am Prinzip Schleifstein als am Wetzen, nur eben mit einem festen, nicht verstellbaren Winkel statt freihändiger Kontrolle. Genau darin liegt der Kompromiss: Ein Durchziehschärfer arbeitet deutlich schneller als ein Stein, weil kein Winkel gesucht werden muss, aber er nimmt an jeder Stelle der Klinge gleich viel Stahl weg – unabhängig davon, ob dort tatsächlich Material nötig ist. Bei einem einfachen Alltagsmesser mit ohnehin robustem 20-Grad-Anschliff macht das kaum etwas aus; bei einer fein ausgeschliffenen 15-Grad-Klinge verkürzt es auf Dauer die Lebensdauer. In der Praxis reichen drei bis fünf Durchzüge pro Stufe für eine spürbar schärfere Kante – deutlich weniger Aufwand als am Wasserstein, dafür ohne die Kontrolle darüber, wie viel Stahl an welcher Stelle tatsächlich verschwindet. Das Schleifgeräusch beim Durchziehen liefert dabei einen brauchbaren Anhaltspunkt: Wird es merklich rauer oder kratziger, ist die Klinge in dieser Stufe fertig bearbeitet und ein weiterer Durchzug bringt nur unnötigen Verschleiß.

Ist ein Durchziehschärfer schlecht für Messer?

Nicht grundsätzlich, aber er ist ein Kompromiss. Schnell und einfach, doch der feste Winkel passt selten exakt zur tatsächlichen Klingengeometrie und trägt tendenziell mehr Stahl ab als ein individuell geführter Schliff.

Für günstige, robuste Alltagsmesser ist dieser Kompromiss meist unproblematisch – die Klinge hält ohnehin über viele Jahre. Bei teuren, fein geschliffenen oder japanischen Messern summiert sich der zusätzliche Abtrag dagegen und verkürzt spürbar die Zeit bis zum nächsten fälligen Neuschliff von Grund auf.

Pflege und Einsatzgrenzen

Das Gehäuse lässt sich einfach feucht abwischen, die Keramikscheiben sollten dabei trocken bleiben, um Ablagerungen zu vermeiden. Anders als beim Wetzstahl, den man bedenkenlos täglich nutzen kann, gilt hier: seltener ist besser. Wer unsicher ist, wie viel Winkel und Körnung für die eigene Messersammlung überhaupt nötig sind, bevor er zu einem präziseren Werkzeug wie einem Schleifstein wechselt, findet über unseren Messer-Finder eine schnelle Orientierung, welches Schärfgerät tatsächlich zum eigenen Bestand passt. Für Wellenschliff-Brotmesser und die meisten japanischen Klingen ist dieser Durchziehschärfer ohnehin die falsche Adresse.

Für wen geeignet?

Der WMF Gourmet Messerschärfer eignet sich für alle, die überwiegend günstige bis mittelpreisige Alltagsmesser mit geradem Anschliff besitzen und Schärfe ohne Lernkurve wollen. In unserem Vergleich der Wetzstähle & Messerschärfer ist er die pragmatischste Lösung für alle, die Küchenmesser nutzen statt sie zu zelebrieren. Wer in hochwertige oder japanische Klingen investiert hat, sollte den Durchziehschärfer bestenfalls als seltene Notlösung behandeln und stattdessen in Wetzstahl plus Schleifstein investieren.

Mehr Alternativen versammelt die Bestenliste Messerschärfer.

Datenblatt

Technische Daten: Gourmet Messerschärfer

Stufen2 (grob/fein)
SchärfelementKeramikscheiben
GehäuseCromargan-Edelstahl 18/10
Eignunggerade Klingen, u. a. WMF Performance Cut
Standfestigkeitrutschfeste Gummifüße
BauartTischgerät, manuelles Durchziehen
MarkeWMF, Deutschland
PflegeGehäuse abwischen, Scheiben trocken halten
Im Detail bewertet

Bewertung im Detail

Verarbeitung
8.2
Leistung
7.8
Handhabung
9.0
Preis-Leistung
8.4

Vorteile

  • Zwei Keramikstufen liefern in Sekunden spürbar schärfere Kanten – ideal für den schnellen Alltagsgriff
  • Rutschfeste Standfüße sorgen für sicheren Halt auch beim zügigen Durchziehen
  • Cromargan-Gehäuse wirkt hochwertiger und langlebiger als die üblichen Kunststoffschärfer

Nachteile

  • Fester Schärfwinkel passt nicht zu jeder Klingengeometrie – trägt teils mehr Stahl ab als nötig
  • Ergebnis bleibt gröber als ein sauberer Schliff auf dem Stein – für hochwertige Klingen nur die Notlösung
  • Ungeeignet für Wellenschliff und einseitig geschliffene japanische Klingen
Im Vergleich

Gourmet Messerschärfer im Vergleich

Gourmet MesserschärferGourmet Messerschärfer2 Nussbaum2 NussbaumKeramik-SchärfstabKeramik-Schärfstab
Gesamtwertung8.3/109.5/109.1/10
Preis26,19 €139,00 €55,03 €
Verarbeitung8.29.79.4
Leistung7.89.69.2
Handhabung9.09.49.0
Preis-Leistung8.48.88.7
TypDurchziehschärferRollschärferKeramikstab
Dieses ModellAnsehen →Ansehen →
Unser Fazit

Fazit

Für günstige bis mittelpreisige Alltagsmesser, die schnell wieder einsatzbereit sein müssen, ist der WMF Gourmet eine ehrliche, unkomplizierte Lösung. Wer teure oder japanische Klingen besitzt, sollte den Durchziehschärfer höchstens als Notlösung betrachten und regelmäßig zum Schleifstein greifen.

Zum besten Preis bei Amazon →

Zuletzt geprüft: 10.7.2026· Redaktionelle Bewertung nach unserer Testmethodik

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Gourmet Messerschärfer

Kurze, klare Antworten rund um Kauf, Nutzung und Pflege von Gourmet Messerschärfer.

Ist ein Durchziehschärfer schlecht für Messer?

Er ist ein Kompromiss: schnell und einfach, aber der feste, nicht einstellbare Winkel passt selten exakt zur Klinge und trägt oft mehr Stahl ab als nötig. Für günstige Alltagsmesser ist das meist unproblematisch, für teure oder harte Klingen eher nicht empfehlenswert.

Wie oft kann ich den WMF Messerschärfer benutzen?

Seltener als einen Wetzstahl: Weil jeder Durchzug etwas Material abträgt, reichen wenige Anwendungen im Monat für Alltagsmesser. Bei häufigerer Nutzung nutzt sich die Klinge spürbar schneller ab als bei reinem Wetzen oder Schleifen auf dem Stein.

Funktioniert der Schärfer auch bei Wellenschliff-Brotmessern?

Nein. Die Keramikscheiben sind für gerade Klingen ausgelegt; bei Wellenschliff würden nur die Wellenspitzen bearbeitet, während die Vertiefungen stumpf bleiben. Dafür braucht es einen speziellen Wellenschliff-Schärfer oder den Fachhandel.

Kann ich damit auch japanische Messer schärfen?

Davon raten wir ab. Viele japanische Klingen sind einseitig geschliffen oder sehr hart – der symmetrische, feste Winkel eines Durchziehschärfers passt nicht zur Geometrie und kann mehr Substanz kosten, als nötig wäre. Hier ist ein Wasserstein die bessere Wahl.