Die Oleio GmbH aus Buxtehude führt zwei eigene Messermarken, Wakoli und Zayiko. Zayiko bezeichnet die Firma als ihre Designmesser-Marke, und am MysticMagma Santoku sieht man, was damit gemeint ist: Durch die Damastklinge zieht sich ein Band aus Kupfer und Bronze, der Griff ist aus Ahornwurzelholz. Bei Amazon kostete es ca. 184 Euro (Stand Juli 2026).
Unter den 25 Messern in unserem Damastmesser-Vergleich hat das MysticMagma die höchste Gesamtwertung und ist damit unser Vergleichssieger. Am schwächsten schneidet es in unserer Wertung beim Verhältnis von Preis und Leistung ab. Was dahintersteckt, zeigt weiter unten eine Herstellerangabe zur Einlage.
Klinge: VG-10-Kern, 67 Lagen, 15 Grad
Oleio gibt die Klinge mit 17,5 cm Länge an, dieselbe Zahl steht im Amazon-Katalogtitel. Sie besteht laut Hersteller aus 67 Lagen Damaststahl um einen Kern aus VG-10, gehärtet auf 60 ± 2 HRC. Geschliffen ist sie beidseitig, als V-Schliff mit 15 Grad. Ob der Wert pro Seite gilt, steht nicht dabei. Üblich ist diese Lesart, ein Gesamtwinkel von 15 Grad wäre für ein Küchenmesser ungewöhnlich spitz.
Auf dem Produktfoto hat die Klinge zwei Zonen. Zur Schneide hin liegt ein graues, welliges Lagenbild, der Streifen unter dem Rücken ist heller und dunkel gefleckt. Dazwischen läuft in Wellen ein kupfer- bis goldfarbenes Band über die Klinge. Kullen sind auf dem Bild keine zu sehen, die Flanke ist glatt. Kurz vor dem Griff sitzt ein quadratischer Stempel mit Schriftzeichen, und der Rücken fällt zur Spitze hin ab, wie es für ein Santoku typisch ist.
Zahlst du bei Kupfer und Bronze nur für die Optik?
Weitgehend ja, und so steht es beim Hersteller selbst. Laut Oleio sind die Metalleinlagen bündig integriert, haben keinen Einfluss auf Schneidwiderstand oder Stabilität und verleihen dem Messer lediglich seine Optik. Geschnitten wird mit dem Stahl.
Wie die Einlage entsteht, beschreibt Oleio so: Kupfer und Bronze werden während des Schmiedens untrennbar mit dem Damaststahl feuerverschweißt und bilden auf dem dunkel geätzten Stahl fließende Adern. Jede Klinge wird nach Herstellerangabe einzeln geätzt und von Hand poliert, zwei gleiche Muster soll es deshalb nicht geben. Das Band auf dem Produktfoto zeigt also ein einzelnes Exemplar, dein Messer sieht im Detail anders aus.
Günstiger geht es bei Oleios zweiter Hausmarke: Das Wakoli Edib Santoku 17 cm hat laut Amazon-Katalogtitel dieselbe Lagenzahl, einen VG10-Kern und dieselbe Härteangabe. Seine Klinge ist einen halben Zentimeter kürzer, der Griff ist aus Pakkaholz. Es kostete ca. 54 Euro (ebenfalls Stand Juli 2026), also knapp 130 Euro weniger als das MysticMagma.
Unsere Einschätzung: Wer ein Santoku vor allem zum Schneiden kauft, zahlt beim MysticMagma mehr als das Dreifache für Kupfermuster und Wurzelholz. Wer genau dieses Aussehen haben will, bekommt es dagegen ohne Abstriche bei den Klingendaten, und deshalb halten wir den Aufpreis für vertretbar.
Griff aus Ahornwurzelholz
Oleio beschreibt den Griff als dichtes Ahornwurzelholz in einer Form, die der Hersteller DualCurve nennt: abgerundete Flächen für die Handfläche und dezente Kanten für sicheren Halt. Auf dem Produktfoto ist das Holz braun und stark gemasert, an der Seite erkennt man Längskanten.
Nieten sind auf dem Foto nirgends zu sehen. Genietete Griffschalen wären ein typischer Hinweis auf einen durchgehenden Erl; ohne sie bleibt offen, wie weit die Klinge in den Griff hineinreicht. Zu sehen sind dafür eine silberfarbene Zwinge zwischen Klinge und Griff und eine ebenfalls silberfarbene Kappe am Griffende.
Als Wurzelholz bezeichnet man Holz aus dem Wurzelstock oder aus Maserknollen, in dem die Fasern verwirbelt laufen. Daher kommt die unruhige Zeichnung. Wie jedes Naturholz nimmt es Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, es quillt und schwindet. Ein Griff aus Kunststoff oder Micarta ist in dieser Hinsicht anspruchsloser, der Wurzelholzgriff braucht die Pflege, die weiter unten steht.
Im Detail: VG-10-Kern und Damastmantel
VG-10 stammt vom japanischen Stahlhersteller Takefu Special Steel. Der rostträge Stahl enthält rund 1 Prozent Kohlenstoff und etwa 15 Prozent Chrom, dazu Molybdän, Vanadium und Kobalt. X50CrMoV15, der Stahl vieler deutscher Küchenmesser, hat mit etwa 0,5 Prozent nur halb so viel Kohlenstoff. Mehr Kohlenstoff erlaubt eine höhere Härte: Küchenmesser aus VG-10 liegen meist bei 60 bis 61 HRC, deutsche Messer aus X50CrMoV15 bei 55 bis 58 HRC. Eine härtere Schneide hält einen feinen Winkel länger, bevor sie sich umlegt, dafür ist sie spröder.
Die Toleranz, die Oleio angibt, ist groß. Plus minus zwei Punkte heißen, dass ein Exemplar zwischen 58 und 62 HRC liegen darf. Am unteren Rand wäre es kaum härter als ein gut gehärtetes deutsches Messer, am oberen Rand läge es über dem, was bei VG-10-Klingen üblich ist. Wo ein einzelnes Messer landet, lässt sich aus der Angabe nicht ablesen. Wir hätten uns eine engere Spanne gewünscht.
Damaststahl im heutigen Sinn ist Lagenstahl. Zwei oder mehr Stahlsorten werden aufeinandergelegt, im Feuer verschweißt und gefaltet oder gestapelt. Weil die Sorten beim Ätzen unterschiedlich dunkel werden, erscheinen die Lagen als Muster. Bei einer Klinge mit Kern liegt der Damast als Mantel links und rechts auf dem Kernstahl, und die Schneide bildet der Kern.
Zur Herstellung schreibt Oleio, Design und Konzeption lägen in Buxtehude, die Klingen fertigten spezialisierte Partner, und die Damastlagen würden vorverschweißt geliefert. Vorlaminierter Damast wird als Halbzeug gehandelt, aus dem die Klingen erst geschnitten und dann gehärtet werden. Nach Oleios Angaben ist die Klinge damit Lagenstahl und kein aufgedrucktes Muster. Wie du Lagenstahl von einem nur geätzten oder gelaserten Muster unterscheidest, erklären wir im Ratgeber Echten Damast erkennen.
Bleibt der Winkel. Je spitzer der Keil an der Schneide, desto weniger Widerstand setzt das Schnittgut ihm entgegen und desto weniger Material stützt die Kante. Eine dünne Schneide aus hartem Stahl verzeiht deshalb wenig, wenn du seitlich hebelst oder auf einer harten Unterlage arbeitest.
Drei Alternativen, die wir daneben legen würden
Zwei davon sind Santokus, eines ist ein Gyuto. Alle drei stehen in unserem Damastmesser-Katalog.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Zayiko MysticMagma Santoku 17,5 cm (dieses) | VG-10-Kern, Kupfer- und Bronze-Einlage, Ahornwurzelholzgriff laut Hersteller | ca. 184 € | 9,4 | du genau dieses Muster willst und von Hand spülst |
| Wakoli Edib Santoku 17 cm | gleiche Lagenzahl, VG10-Kern und Härteangabe laut Amazon-Titel, Pakkaholzgriff | ca. 54 € | 8,7 | dir die Klingendaten reichen und dein Budget unter 60 Euro liegt |
| HEZHEN Santoku 73 Lagen Olivenholz | 73 Lagen und Olivenholzgriff laut Amazon-Titel | ca. 120 € | 8,8 | du einen Olivenholzgriff möchtest und 64 Euro weniger ausgeben willst |
| Miyabi 7000D Gyutoh 20 cm | Gyuto statt Santoku, 20 cm, Micarta-Griff laut Amazon-Titel | ca. 200 € | 9,1 | du beim Schneiden wiegst und für die längere Klinge rund 16 Euro mehr zahlst |
Die Preise sind Amazon-Preise mit Stand Juli 2026, seither können sie sich verschoben haben. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus dem Datenvergleich, kein Messergebnis.
Für wen das MysticMagma passt und für wen nicht
Oleio legt die Klinge auf Fleisch, Fisch und Gemüse aus, und zwar für den senkrechten Druckschnitt: Das Messer geht ohne Wiegen nach unten und leicht nach vorn durch das Schnittgut. Die hohe Klingenwand soll laut Hersteller dabei an den Fingerknöcheln der Führhand entlangführen. Wer Kräuter lieber wiegend hackt, die Spitze auf dem Brett und den Griff im Takt auf und ab, braucht eine Schneide mit mehr Bogen, wie sie Gyuto und europäisches Kochmesser meist haben. Aus unserem Katalog käme dafür das Miyabi 7000D Gyutoh infrage.
Zur Länge: Santokus haben meist Klingen zwischen etwa 16 und 18 cm, das MysticMagma liegt im oberen Teil dieser Spanne. Wir würden ein Brett ab etwa 35 cm Länge nehmen, damit neben der Klinge Platz für das Schnittgut bleibt. Wer auf einem kleinen Brett arbeitet oder vor allem Schalotten und Knoblauch schneidet, findet in derselben Serie ein Santoku klein mit 12,5 cm Klinge.
Die falsche Wahl ist das MysticMagma für alle, die auf Glas- oder Steinplatten schneiden und daran nichts ändern wollen. Oleio rät, die feine Schneide nur auf elastischen Brettern aus Akazienholz oder weichem Kunststoff zu benutzen. Auf einer harten Platte setzt die Kante bei jedem Schnitt auf einem Material auf, das nicht nachgibt. Wer bei seiner Glasplatte bleibt, fährt mit einem weicheren, günstigen Messer besser, das er ohne Reue am Wetzstahl nachzieht.
Bei der Pflege gibt es wenig Spielraum. Wenn bei dir jedes Messer in die Spülmaschine wandert, ist ein Messer mit Kunststoffgriff und ohne Einlage die bessere Wahl.
Wer bisher mit dem Wetzstahl nachzieht, muss umlernen. An Klingen um 60 HRC richtet ein geriffelter Wetzstahl wenig auf. Rechne deshalb einen Schleifstein in dein Budget ein oder nutze den Schärfservice des Herstellers, den wir bei der Pflege beschreiben.
Kaufen kannst du das MysticMagma auch direkt bei Oleio. Das HEZHEN-Santoku mit Olivenholzgriff liegt preislich zwischen MysticMagma und Wakoli Edib. Wenn du dir bei Klingenform und Budget noch unsicher bist, grenzt der Messer-Finder die Auswahl ein.
Pflege und Schärfen nach Oleios Vorgaben
Gespült wird von Hand mit lauwarmem Wasser, danach trocknest du das Messer sofort gründlich ab. Oleio begründet das mit Oxidation, die sonst droht. In die Spülmaschine darf das MysticMagma laut Hersteller nicht, und den Griff ölst du ab und zu.
Zum Schärfen gehört eine Klinge dieser Härte auf den Wasserstein. Mit einer mittleren Körnung um 1000 stellst du eine stumpfe Schneide wieder her, ein feiner Stein ab etwa 3000 glättet sie und nimmt den Grat. Wichtiger als die Körnung ist ein gleichbleibender Winkel nahe am Werkswinkel, sonst schleifst du mit jedem Durchgang eine neue Fase an. Zum Nachziehen zwischen zwei Schleifgängen eignet sich bei harten Klingen eher ein Keramikstab als ein Wetzstahl. Wie man einen Winkel von Hand hält, kannst du im Schärf-Trainer üben, bevor du an die Klinge gehst.
Seit März 2026 bietet Oleio einen Schärfservice an, ausschließlich für Messer der eigenen Marken Wakoli und Zayiko. Laut Hersteller wird dabei der Originalwinkel wiederhergestellt. Für alle, die keinen Stein anfassen wollen, halten wir das für den naheliegenden Weg.
Zur Aufbewahrung liefert Oleio das Messer in einer massiven, passgenauen Holzbox, die laut Hersteller auch als Präsentationsfläche dienen soll. Wer es verschenken will, hat die Verpackung damit gleich dabei. Auf dem Produktfoto ist die Box rotbraun, hat zwei messingfarbene Beschläge und trägt ein eingeprägtes Logo mit dem Schriftzug ZAYIKO.
Was Oleio nicht angibt
In den Herstellerangaben, die wir zum MysticMagma Santoku gefunden haben, fehlen das Gewicht, die Klingenhöhe in Millimetern (Oleio spricht nur von einer hohen Klingenwand) und die Stärke des Klingenrückens. Ein Fertigungsland nennt der Hersteller nicht, nur die oben erwähnten Partner; ob die Klingen des Wakoli Edib bei denselben Partnern entstehen, geht aus Oleios Angaben nicht hervor. Offen ist auch das Material von Zwinge und Endkappe, die auf dem Foto silberfarben aussehen, und ob der DualCurve-Griff symmetrisch geformt ist.
Fürs Schärfen fehlt eine Angabe zum Nachschärfwinkel und dazu, ob Wetzstahl oder Keramikstab für dieses Modell vorgesehen sind. Wie sich die Einlage über die Jahre verfärbt und ob sich eine Verfärbung auspolieren lässt, ohne die Ätzung des Damasts anzugreifen, beschreibt Oleio ebenso wenig. Garantiebedingungen für Zayiko-Messer und die Kosten des Schärfservice haben wir nicht gefunden.



