7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm
Miyabi · Gyuto

7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm

★★★★★9,1/10 RedaktionswertungWie wir bewerten20 cm, CMV60-Kern, 64 Lagen, 61 HRC laut Zwilling
✓ Redaktionell geprüftBewertet von Seydhan Cakmak (Gründer & Chef-Redakteur) · 13.7.2026

Unsere Einschätzung: Das Miyabi 7000D Gyutoh passt zu dir, wenn du Fleisch und großes Gemüse schneidest, von Hand spülst und am Stein oder Keramikstab nachschärfst. Schneidest du vor allem Gemüse senkrecht von oben, nimm das Zayiko MysticMagma Santoku: in unserer Wertung vorn und knapp 16 Euro günstiger (Stand Juli 2026).

CMV60-Kern in 64 Lagen rostfreiem Stahl laut Zwilling61 HRC im Zwilling-Datenfeld, CRYODUR-eisgehärtetHonbazuke-Handschliff, laut Zwilling beidseitigD-Griff aus Micarta mit Edelstahl, verdeckter Erl laut ZwillingGefertigt in Seki, Japan, laut Zwilling
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Kurz & knapp9.1/10

Das Miyabi 7000D Gyutoh hat laut Zwilling einen CMV60-Kern in 64 Lagen rostfreiem Stahl, 61 HRC im Datenblatt und einen D-Griff aus Micarta. Bei Amazon kostete es ca. 200 Euro (Stand Juli 2026), in unserer Wertung steht es auf Platz zwei von 25 Damastmessern. Nachschärfen würden wir es am Stein oder mit dem Keramikstab.

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Gyutoh (牛刀) heißt wörtlich etwa Rindermesser. Gemeint ist die japanische Fassung des westlichen Kochmessers, mit einer Klinge, die spitz zuläuft. Zwilling beschreibt das Miyabi 7000D Gyutoh als Messer für Fleisch und zum Zerteilen von großem Gemüse und stellt es mit seiner 20 cm langen Klinge dem europäischen Kochmesser gleich. Miyabi ist eine Marke der Zwilling-Gruppe, im Markenfeld des Amazon-Angebots steht deshalb ZWILLING. Alle Messer der Serie 7000D entstehen nach Zwillings Angabe in Seki, Japan.

Bei Amazon kostete das Gyutoh ca. 200 Euro (Stand Juli 2026). Von den 25 Messern unserer Kategorie Damastmesser ist nur das Zayiko Kupfer Kiritsuke teurer. In der Gesamtwertung kommt das Miyabi auf 9,1 und damit auf Platz zwei, hinter dem Zayiko MysticMagma Santoku.

Zwilling führt das Messer als „MIYABI 7000D Gyutoh 20 cm, Micarta“ unter der Artikelnummer 34543-201. Dem Amazon-Angebot haben wir die Nummer selbst zugeordnet, über Name, Klingenlänge, Griffmaterial und Produktfoto; im Amazon-Katalogtitel steht sie nicht.

Das Messer selbst lag uns nicht vor. Was hier zu Stahl, Griff und Pflege steht, kommt von Zwillings Produkt-, Serien- und Ratgeberseiten, aus dem Amazon-Katalogtitel und vom Produktfoto. Die Zwilling-Seiten ließen sich von hier aus nicht direkt öffnen, wir kennen sie aus den Auszügen einer Websuche. Jede Zahl, die wir von dort übernehmen, ist mit einer zweiten, anders formulierten Suche abgeglichen, und was nur einmal auftauchte, sagen wir dazu.

Klinge: CMV60 im Mantel aus 64 Lagen

Den Kern der Klinge bildet laut Zwilling ein Stahl mit dem Namen CMV60. Die Buchstaben stehen nach Zwillings Serientext für Kobalt, Molybdän und Vanadium, der Hersteller spricht von einem hochfesten Mehrkomponentenstahl. Eingebettet ist der Kern in 64 Lagen rostfreien Stahl, aus denen das Damastmuster entsteht. Knapper fasst es der Amazon-Katalogtitel: „Rostfreier Spezialstahl“ und „Breites Klingenblatt“.

Auf eine einzige Härteangabe legt sich Zwilling nicht fest. Im Datenfeld der Produktseite stehen 61 HRC. Der Beschreibungstext derselben Seite spricht von „approximately 60 Rockwell“, und auf der Serienseite ist CMV60 mit einer Härte von 60 bis 62 HRC angegeben. Ein echter Widerspruch ergibt sich daraus nicht, denn 61 liegt mitten im Bereich, und „etwa 60“ ist gerundet. Wir führen im Datenblatt die 61 HRC, weil sie als eigenes Datenfeld zu genau diesem Modell gehört.

Gehärtet wird laut Zwilling im CRYODUR-Verfahren, einer Eishärtung nach dem eigentlichen Härten. Die Schneide legen nach Zwillings Serientext erfahrene Handwerker von Hand im japanischen Honbazuke-Verfahren an, auf feinen Schleifsteinen. Dass die Klinge beidseitig geschliffen ist, steht auf der Serienseite. Passend dazu beschreibt die französische Produktseite ein authentisches japanisches Profil mit symmetrischem Winkel.

Auf dem Produktfoto zieht sich ein helles, welliges Lagenmuster über die ganze Klinge bis in die Spitze, die Linien laufen in Bögen. Kullen sind keine zu sehen. Unten an der Klinge, nahe der Ferse, steht das Miyabi-Zeichen, ein roter Kreis mit schwarzen Schriftzeichen. Im vorderen Teil steigt die Schneide zur Spitze hin an, hinten läuft sie bis an die Ferse. Dahinter folgt ein kleiner Absatz, erst danach beginnt das Metall des Griffs. Eine Kropfzwinge, die wie bei vielen geschmiedeten deutschen Kochmessern bis an die Schneide hinunterreicht, ist auf dem Bild nicht zu erkennen.

Griff aus Micarta und Edelstahl

Zwilling beschreibt den Griff als Micarta, einen mehrschichtigen Werkstoff aus Leinen und Kunstharz in Holzoptik, kombiniert mit Edelstahl. Die Form nennt der Hersteller eine traditionelle D-Form: Im Querschnitt ist so ein Griff auf einer Seite gerundet und auf der anderen abgeflacht, wie der Buchstabe.

Auf dem Foto ist der Griff schwarz. Vorn sitzt ein silberfarbener Metallabschnitt mit drei kleinen dunklen Quadraten in einer Reihe. Vom Metall geht es schräg ins schwarze Griffmaterial über, und am Ende steckt eine silberne Kappe. Stahl, der zwischen zwei Griffschalen am Rücken hervorschaut, ist nirgends zu sehen. Das passt zu Zwillings Produktdaten, die einen verdeckten Erl angeben: Die Verlängerung der Klinge steckt unsichtbar im Griff.

Ein Schichtstoff aus Gewebe und Harz nimmt kaum Wasser auf und quillt nicht wie unbehandeltes Holz. Zwilling bezeichnet den Griff als formstabil und pflegeleicht. Ölen musst du Micarta anders als einen Holzgriff nicht.

Laut Zwillings Produktdaten wiegt das Gyutoh 230 g, bei einer Gesamtlänge von 34,1 cm. Davon entfallen 14 cm auf den Griff, mit der Klinge zusammen geht die Rechnung bis auf einen Millimeter auf.

Im Detail: Kernstahl, Lagen und zwei Winkelangaben

Bei einer Klinge aus Kern und Außenlagen teilen sich zwei Werkstoffe die Arbeit. Liegt der Kernstahl an der Schneide, hängt von ihm ab, wie hart die Kante wird und wie lange sie dem Abrieb standhält. Ob das beim Miyabi so ist, dazu steht in den Zwilling-Auszügen, die wir gefunden haben, nichts: Zwilling schreibt nur, der CMV60-Kern sei in 64 Lagen rostfreien Stahl eingebettet. Die Lagen außen herum umhüllen den Kern. Sind sie rostfrei wie hier, schützen sie die Flanken zugleich vor Korrosion. Sichtbar wird das Muster, weil der Schliff die übereinanderliegenden Lagen schräg anschneidet. Wird die Oberfläche danach geätzt, reagieren die verschiedenen Stähle unterschiedlich auf die Säure, und ihre Grenzen zeichnen sich hell und dunkel ab. Am Muster allein lässt sich deshalb wenig ablesen; worauf es bei Damast sonst ankommt, sammelt der Ratgeber Echten Damast erkennen.

CMV60 trägt drei Legierungselemente im Namen. Vanadium bildet mit Kohlenstoff sehr harte, kleine Karbide, die den Verschleiß bremsen und das Korn beim Härten fein halten. Molybdän verbessert die Härtbarkeit und macht rostträgen Stahl widerstandsfähiger gegen Lochfraß. Kobalt steckt auch im japanischen Messerstahl VG10 und verfestigt dort die Grundmasse, in der die Karbide sitzen.

Bei den Winkeln kommen zwei Zahlen zusammen. Die Serienseite nennt für die 7000D-Klingen einen Handschliff auf 9,5 bis 12 Grad, die französische Produktseite des Gyutoh einen symmetrischen Winkel von 19 Grad. Ob je Seite oder für den ganzen Keil, sagen beide Seiten nicht. Eine Lesart bringt die Angaben zur Deckung: 9,5 Grad auf jeder Seite ergeben zusammen genau 19 Grad. Liest man die Spanne dagegen als Gesamtwinkel, blieben je Seite zwischen knapp 5 und 6 Grad, für ein Messer, das auch Fleisch und Kürbis schneiden soll, ausgesprochen flach. Wir gehen deshalb von der Lesart je Seite aus.

Rechnerisch ist ein Keil mit 9,5 Grad je Seite an jeder Stelle hinter der Kante nur 46 Prozent so dick wie einer mit 20 Grad je Seite, einem Winkel, den europäische Kochmesser lange ab Werk trugen. Bei 12 Grad sind es 58 Prozent. Weniger Stahl hinter der Kante heißt weniger Kraft beim Schneiden, aber auch weniger Material, das eine seitliche Last abfängt, wenn die Klinge im Schnitt verkantet.

Brauchst du zum Miyabi einen Schleifstein?

Ja, oder zumindest einen Keramikstab. In seinem Schärf-Ratgeber hält Zwilling Keramikstäbe für Messer ab 60 Rockwell für besser geeignet als Wetzstäbe aus verchromtem Edelstahl, weil Keramik deutlich härter ist als Chrom oder Edelstahl. Mit allen drei Härteangaben von Zwilling liegt das Gyutoh in diesem Bereich.

Ein gerillter oder verchromter Wetzstahl nimmt kaum Material weg. Seine Aufgabe ist eine andere: Er drückt eine Schneide gerade, die im Gebrauch zur Seite gekippt ist, und genau das ist bei weichem Stahl um 56 bis 58 HRC der häufigste Grund, warum ein Messer stumpf wirkt. Harter Stahl kippt seltener. Wird er überlastet, verliert er an der Kante eher winzige Splitter, und fehlendes Material lässt sich nicht gerade drücken. Ein Keramikstab, meist aus Aluminiumoxid, schleift beim Abziehen ein wenig ab und hält eine harte Kante damit eine Weile in Form. Irgendwann muss sie trotzdem auf den Stein. Wie sich die beiden Wege unterscheiden und wie viel Übung sie verlangen, steht im Ratgeber Wetzstahl oder Schleifstein.

Für das laufende Nachschärfen reicht nach unserer Einschätzung ein Kombistein mit Körnung 1000 auf der einen und 5000 oder 6000 auf der anderen Seite. Erst bei sichtbaren Scharten in der Schneide lohnt ein grober Stein um 220 bis 400. Beim Winkel würden wir uns ans obere Ende von Zwillings Spanne halten, also etwa 12 Grad je Seite. Hinter der Schneide bleibt so etwas mehr Stahl stehen, und du musst beim ersten Schärfen nicht die ganze Fase flacher schleifen. Einen gleichbleibenden Winkel über viele Züge kannst du vorher im Schärf-Trainer üben.

Drei Alternativen aus unserem Damast-Katalog

Modell Der Unterschied Preis Unsere Wertung Nimm dieses, wenn
Miyabi 7000D Gyutoh 20 cm (dieses) D-Griff aus Micarta mit Edelstahl, CMV60-Kern in 64 Lagen laut Zwilling ca. 200 € 9,1 du ein Gyutoh mit Griff aus Micarta willst und am Stein schärfst
Zayiko MysticMagma Santoku 17,5 cm Santoku, laut Hersteller auf den senkrechten Druckschnitt ausgelegt ca. 184 € 9,4 du vor allem Gemüse schneidest und ein kürzeres Messer suchst
REDSALT Professional Series Gyuto 21 cm 69 Lagen, Hammerschlag und Ledertasche laut Katalogtitel, Holzgriff ca. 169 € 8,9 du deine Messer mitnimmst und eine Tasche dafür willst
Zayiko Limited Edition Kupfer Kiritsuke 20 cm Kiritsuke-Form, 37 Lagen mit Kupfertextur und Ahornholzgriff laut Katalogtitel ca. 220 € 9,0 dir Kupferoptik und eine Kiritsuke-Spitze den Aufpreis wert sind

Die Unterschiede stammen aus unseren Reviews der drei Messer und den Amazon-Katalogtiteln, den Holzgriff des REDSALT zeigt dessen Produktfoto. Für einen Preisvergleich am Kauftag taugt die Tabelle nicht, die Preise sind Amazon-Preise von Juli 2026. Die Wertungen sind unsere redaktionelle Einschätzung aus dem Vergleich der Herstellerdaten, Messwerte stecken nicht darin.

Wann das Miyabi, wann ein anderes Messer?

Zuerst die Schneidtechnik. Ein japanisches Gyutoh hat in der Regel ein flacheres Profil als ein deutsches Kochmesser, mit weniger Bauch zur Spitze hin, und ist vor allem für den Zug- und den Druckschnitt gemacht. Wer Kräuter am liebsten wiegt, die Spitze fest am Brett, findet bei einer stärker gebogenen europäischen Klinge mehr Rundung zum Abrollen. Für den senkrechten Druckschnitt durch Gemüse passt die fast gerade Schneide eines Santoku besser. Oleio, die Firma hinter Zayiko, legt das MysticMagma ausdrücklich auf diesen Druckschnitt aus.

Eine Klinge dieser Länge braucht Auslauf. Auf einem Frühstücksbrett von 25 cm stößt die Spitze beim Ziehen über den Rand, wir würden ein Brett ab 40 cm Länge einplanen. Hast du nur ein kleineres, nimm das kürzere MysticMagma.

Alle drei Alternativen aus der Tabelle haben Holzgriffe, und für das Ahornwurzelholz des MysticMagma empfiehlt Oleio gelegentlich Öl. Willst du den Griff nur abwischen, bist du beim Micarta des Miyabi richtig. In die Spülmaschine würden wir keines der vier Messer stellen, das Miyabi eingeschlossen.

Das REDSALT Gyuto hat laut Katalogtitel eine Ledertasche dabei, für Kochkurse oder fremde Küchen ist das ein Argument. Es kostet knapp 31 Euro weniger als das Miyabi.

Zum Kaufpreis kommt ein Stein dazu, falls du noch keinen hast. Nach Optik gewählt wäre es das Zayiko Kupfer Kiritsuke: rund 20 Euro teurer als das Miyabi, mit schräg abfallender Kiritsuke-Spitze und laut Katalogtitel einer Klinge mit Kupfertextur.

Spülen und aufbewahren

Zwilling sieht nur Handwäsche vor; unser Rat dazu: die Klinge gleich nach dem Schneiden abspülen und trocken reiben, besonders nach Zitrusfrüchten, Tomaten oder gesalzenem Fleisch. Die Außenlagen sind laut Zwilling rostfrei, doch auch solcher Stahl bekommt Flecken, wenn Säure oder Salz auf ihm eintrocknen.

In der Schublade schlägt eine so dünne Schneide gegen anderes Besteck, dort gehört sie nur mit Klingenschutz hinein. Besser aufgehoben ist das Messer in einem Block mit ausreichend tiefem Schlitz oder an einer Magnetleiste. An die Leiste setzt du es mit dem Rücken zuerst an und kippst die Klinge dann an, damit die Schneide nicht über das Metall schrammt.

Beim Brett gilt dasselbe wie für jede dünn ausgeschliffene Klinge: Glas- und Steinplatten stumpfen die Kante schnell ab, Holz und weicher Kunststoff schonen sie.

Was Zwilling offen lässt

In keiner der Zwilling-Quellen, die wir gefunden haben, stehen die Klingenhöhe an der Ferse und die Klingenstärke am Rücken. Ein Suchauszug nannte zwar 0,2 cm, aber zugleich als Breite und als Stärke; als Klingenhöhe ist das unmöglich, wir verwenden die Zahl nicht. Ebenfalls offen: Balance und Schwerpunkt, die Zusammensetzung des CMV60 in Prozent samt Chrom und Kohlenstoff, die Länge des verdeckten Erls, die Frage, wie weit der Kern an die Schneide reicht, eine Körnungsempfehlung für die Serie und eine Begründung für die Handwäsche (deren Wortlaut wir nur aus einem Suchauszug kennen). Garantiebedingungen haben wir nicht recherchiert. Zwilling nennt auf einer Ratgeberseite einen eigenen Schärfservice; ob er Miyabi-Messer wie das 7000D einschließt, haben wir nicht geprüft. Zum Lieferumfang fanden wir nichts, das Produktfoto zeigt nur das Messer, ohne Karton und Klingenschutz. Unbeantwortet bleibt auch, ob der D-Griff für die rechte Hand geformt ist, ob Zwilling die Lagen ätzt, ob das Muster beim Nachschleifen erhalten bleibt und ob die Klinge Knochen oder Gefrorenes verträgt. Ob sie geschmiedet ist, lässt sich ebenfalls nicht sagen: Eine einzelne Zeile in Zwillings Produktdaten führt als Herstellungsverfahren „Welded“, also geschweißt. Wir haben sie nur einmal gefunden und ziehen daraus keinen Schluss.

Frühere Fassungen dieser Seite ordneten CMV60 der VG10-Familie zu, sprachen von rund 64 Lagen pro Klingenseite und von einer Halbzwinge und nannten das Messer europäisch geformt. Bei Zwilling steht davon nichts. Der Hersteller spricht von 64 Lagen um den Kern, ohne Angabe je Seite, beschreibt den Griff nur als Micarta mit Edelstahl und das Profil als japanisch. Die Stellen sind gestrichen, ebenso Beschreibungen von Schneideindrücken, für die es ohne das Messer in der Hand keine Grundlage gab.

Für wen wir vom Miyabi abraten

Wer mit dem Kochmesser auch Hähnchenknochen durchtrennt oder Gefrorenes teilt, riskiert nach unserer Einschätzung Ausbrüche an einer so harten, dünn geschliffenen Schneide; für solche Arbeiten gehört ein Beil oder ein Messer aus weicherem Stahl in die Küche. Und wer erst herausfinden will, ob er mit harter Klinge und Stein überhaupt zurechtkommt, übt besser an einem günstigeren Messer. Für diesen Einstieg würden wir das Wakoli Edib Santoku 17 cm nehmen: laut Amazon-Katalogtitel ein VG10-Kern in 67 Lagen mit 60 ± 2 HRC, für ca. 54 Euro (Stand Juli 2026), also knapp 146 Euro günstiger als das Miyabi, und in unserer Wertung mit 8,7.

Datenblatt

Technische Daten: 7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm

ModellMIYABI 7000D Gyutoh 20 cm, Micarta; Zwilling-Artikelnummer 34543-201 nach unserer Zuordnung über Name, Länge, Griff und Produktfoto
Klingenlänge20 cm laut Amazon-Katalogtitel und Zwilling-Produktdaten
Gesamtlänge34,1 cm laut Zwilling-Produktdaten
Grifflänge14 cm laut Zwilling-Produktdaten
Gewicht230 g laut Zwilling-Produktdaten
StahlCMV60-Kern (Kobalt, Molybdän, Vanadium), eingebettet in 64 Lagen rostfreien Stahl laut Zwilling
Härte61 HRC im Zwilling-Datenfeld; im Beschreibungstext ca. 60, für CMV60 60 bis 62 HRC laut Zwilling
HärteverfahrenCRYODUR-Eishärtung laut Zwilling
Schliffbeidseitig laut Serienseite, von Hand im Honbazuke-Verfahren; 9,5 bis 12 Grad (Serienseite) bzw. symmetrisch 19 Grad (Produktseite), ob je Seite, ist offen
Klingenformjapanisches Profil laut Zwilling, breites Klingenblatt laut Katalogtitel, ohne Kullen (Produktfoto)
GriffMicarta (Leinen-Kunstharz-Schichtstoff in Holzoptik) mit Edelstahl, D-Form laut Zwilling
Erlverdeckt laut Zwilling-Produktdaten, Länge nicht angegeben
HerkunftSeki, Japan, laut Zwilling
Pflegenur Handwäsche laut Zwilling
Klingenhöhe und Klingenstärkekeine gesicherte Herstellerangabe
Lieferumfangkeine Herstellerangabe; das Produktfoto zeigt nur das Messer
Im Detail bewertet

Bewertung im Detail

Verarbeitung
9.4
Leistung
9.3
Handhabung
8.8
Preis-Leistung
8.0

Vorteile

  • ✓Zwilling veröffentlicht zu genau diesem Modell Artikelnummer, Maße, Gewicht und Härte, darunter 230 g und 61 HRC im Datenfeld
  • ✓CMV60-Kern aus Kobalt, Molybdän und Vanadium in 64 Lagen rostfreiem Stahl, laut Zwilling in Seki gefertigt
  • ✓Griff aus Micarta, einem Schichtstoff aus Leinen und Kunstharz, den Zwilling formstabil und pflegeleicht nennt; Öl wie ein Holzgriff braucht er nicht
  • ✓Laut Zwilling beidseitig und symmetrisch geschliffen, die Schneide von Hand im Honbazuke-Verfahren angelegt

Nachteile

  • ✗Knapp 16 Euro teurer als unser Vergleichssieger, das Zayiko MysticMagma Santoku (Amazon, Stand Juli 2026)
  • ✗Harte Klinge: Zwillings Schärf-Ratgeber hält für Messer ab 60 Rockwell einen Keramikstab für besser geeignet als einen verchromten Wetzstahl, zum Nachschärfen gehört ein Stein dazu
  • ✗Laut Zwilling nur Handwäsche, keine Spülmaschine
  • ✗Zwilling nennt drei Härtewerte und zwei Schliffwinkel, ohne zu erklären, wie sie zusammengehören
Im Vergleich

7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm im Vergleich

7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm7000D Gyutoh Kochmesser 20 cmMysticMagma Santoku 17,5 cmMysticMagma Santoku 17,5 cmClassic Kiritsuke 15 cmClassic Kiritsuke 15 cm
Gesamtwertung9.1/109.4/109.0/10
Preis199,95 €183,99 €169,00 €
Verarbeitung9.49.69.3
Leistung9.39.59.2
Handhabung8.89.28.6
Preis-Leistung8.08.28.1
TypGyutoSantokuKiritsuke
Dieses ModellAnsehen →Ansehen →
Unser Fazit

Fazit

Unsere Einschätzung: Das Miyabi 7000D Gyutoh passt zu dir, wenn du Fleisch und großes Gemüse schneidest, von Hand spülst und am Stein oder Keramikstab nachschärfst. Schneidest du vor allem Gemüse senkrecht von oben, nimm das Zayiko MysticMagma Santoku: in unserer Wertung vorn und knapp 16 Euro günstiger (Stand Juli 2026).

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Zuletzt geprüft: 6.10.2026· Redaktionelle Bewertung nach unserer Bewertungsmethode

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu 7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm

Kurze, klare Antworten rund um Kauf, Nutzung und Pflege von 7000D Gyutoh Kochmesser 20 cm.

Was bedeutet CRYODUR beim Miyabi 7000D?

CRYODUR ist Zwillings Name für eine Eishärtung, die auf das normale Härten folgt. Auf der Miyabi-Markenseite nennt Zwilling dafür minus 196 Grad Celsius, das entspricht etwa der Siedetemperatur von flüssigem Stickstoff; die Angabe gilt dort für die Marke allgemein. Der Hersteller wirbt, solche Klingen seien besonders schnitthaltig und korrosionsbeständig. Allgemein bewirkt eine Tiefkühlbehandlung, dass sich Restaustenit, der beim Abschrecken übrig bleibt, weiter in harten Martensit umwandelt.

Darf das Miyabi 7000D Gyutoh in die Spülmaschine?

Nein, laut Zwilling nicht. Zwei Gründe liegen aus unserer Sicht nahe: Im Besteckkorb schlägt die Schneide gegen Teller und Gabeln, und eine harte, dünn geschliffene Kante bricht dabei eher aus, als dass sie sich nur umbiegt. Dazu kommt alkalisches Reinigungsmittel, das bei Hitze und stundenlanger Nässe auch rostträgen Stahl angreifen kann. Der Micarta-Griff wäre dabei das kleinere Problem.

Ist der Griff des Miyabi 7000D aus Holz?

Nein, er ist aus Micarta, einem gepressten Schichtstoff aus Leinengewebe und Kunstharz. Die Verwechslung liegt nahe: Zwilling beschreibt das Material als Werkstoff in edler Holzoptik. In allen Beschreibungstexten, die wir gefunden haben, steht aber Micarta. Der Name geht auf Westinghouse zurück, wo solche Schichtstoffe Anfang des 20. Jahrhunderts als Isoliermaterial für die Elektrotechnik entstanden.

Gibt es das Miyabi 7000D Gyutoh auch mit längerer Klinge?

Ja, Zwilling führt dasselbe Gyutoh auch mit 24 cm Klinge, unter der Artikelnummer 34543-241; in den USA heißt diese Ausführung 9.5-inch Chef's Knife. Beim Bestellen lohnt deshalb ein Blick auf die Länge im Angebotstitel. Die längere Klinge würden wir nur nehmen, wenn dein Brett mindestens 45 cm lang ist und du oft große Stücke wie Braten oder ganze Kohlköpfe zerteilst. Preis und Gewicht der 24-cm-Variante haben wir für diesen Text nicht recherchiert.

Kann ich das Gyutoh als Linkshänder benutzen?

Von der Schneide her ja, denn Zwilling beschreibt den Schliffwinkel als symmetrisch. Unsicher ist der Griff. D-förmige Griffe sind nicht spiegelgleich, und bei traditionellen japanischen Messern gibt es sie deshalb oft in einer Ausführung für die rechte und einer für die linke Hand. Ob der Micarta-Griff des 7000D auf eine Hand zugeschnitten ist, haben wir bei Zwilling nicht gefunden. Frag vor dem Kauf beim Hersteller nach oder nimm das Messer im Fachgeschäft selbst in die linke Hand.

Wo wird das Miyabi 7000D hergestellt?

In Seki, Japan. Auf der Miyabi-Markenseite nennt Zwilling Seki die japanische Hauptstadt der Klingenschmiede seit dem 14. Jahrhundert (Werbetext des Herstellers) und wirbt damit, dass ein Messer mit dem Namen Miyabi 100 Arbeitsschritte und 42 Tage brauche. Die Angabe zu Arbeitsschritten und Tagen bezieht sich auf die ganze Marke, nicht ausdrücklich auf dieses Gyutoh.

Worin unterscheidet sich ein Gyutoh von einem Santoku?

Vor allem an der Spitze und in der Länge. Ein Gyutoh läuft wie ein westliches Kochmesser spitz zu und wird meist mit 18 bis 27 cm Klinge angeboten. Beim Santoku fällt der Rücken vorn zur Spitze ab, die Schneide ist fast gerade, üblich sind 16 bis 18 cm. Der Name Santoku bedeutet etwa „drei Tugenden“, gemeint sind meist Fleisch, Fisch und Gemüse. Mit der Spitze des Gyutoh kannst du Fleisch anstechen und feine Schnitte an Geflügel setzen.

Wie hart ist das Miyabi 7000D im Vergleich zu einem deutschen Kochmesser?

Deutlich härter: Zwillings Datenfeld nennt 61 HRC, deutsche Kochmesser aus dem verbreiteten Stahl X50CrMoV15 liegen je nach Hersteller meist bei 55 bis 58 HRC. HRC steht für die Rockwell-Härte, Skala C. Dabei drückt ein Prüfgerät einen Diamantkegel mit festgelegter Kraft in den Stahl und misst, wie tief er bleibend eindringt. Je höher die Zahl, desto härter der Stahl. Drei Punkte Unterschied sind bei Messerstahl viel und verschieben die Wahl des Schärfwerkzeugs vom Wetzstahl zu Stein und Keramikstab.